Hape Kerkeling – höchstpersönlich!

‚Ich bin dann mal weg‘ lautet der Titel des neuen Buches von Hape Kerke­ling, das gerade erschie­nen ist. Der wohl belie­bteste Komiker Deutsch­lands hat sich vor zwei Jahren auf eine Pilger­reise auf den Jakobs­weg bege­ben. In sechs Wochen ist er mit sei­nem Ruck­sack allein durch die Pyre­näen gewan­dert und hat seine Erleb­nisse wäh­rend dieser Reise zu sich selbst fest­ge­halten. Dass Hape Kerke­ling nicht nur ein Spaß­vogel son­dern auch ein sehr ernster Mensch ist, der es genießt alleine zu sein, wird viele Zuschauer über­­ra­schen. Schon seit Jahren zieht er sich wäh­rend seiner Arbeits­pausen nach Italien zurück, dem Land, das zu seiner zweiten Heimat gewor­den ist. Hier wird er nur selten auf der Straße erkannt und kann Energie tanken und neue Ideen entwickeln.

Es ist ein sonniger Junimorgen, als Hape Kerkeling, bekennende »couch potato«, endgültig seinen inneren Schweinehund besiegt und in Saint-Jean-Pied-de-Port aufbricht. Sechs Wochen liegen vor ihm, allein mit sich und seinem elf Kilo schweren Rucksack: über die schneebedeckten Gipfel der Pyrenäen, durch das Baskenland, Navarra und Rioja bis nach Galicien zum Grab des heiligen Jakob, seit über 1000 Jahren Ziel für Gläubige aus der ganzen Welt. Mit Charme, Witz und Blick für das Besondere erschließt Kerkeling sich die fremden Regionen, lernt er die Einheimischen ebenso wie moderne Pilger und ihre Rituale kennen. Er erlebt Einsamkeit und Stille, Erschöpfung und Zweifel, aber auch Hilfsbereitschaft, Freundschaften und Belohnungen – und eine ganz eigene Nähe zu Gott. In seinem Buch über den Wert des Wanderns zeigt der beliebte Spaßmacher, wie er auch noch ist: abenteuerlustig, weltoffen, meditativ.

Der 41-jährige Entertainer gehört zu den größten Komiker­talenten Deutsch­lands. Schon als Schüler schreibt er seine ersten Sketche, die er vor Mit­schü­­lern auf­führt. Seine erste eigene Fernseh­sen­dung hat er mit 20 Jahren. Zu seinen größten Vorbil­dern zählt Loriot, mit dessen Haus­sender Radio Bremen er die wohl erfolg­reich­ste Sendung ‚Total Normal‘ produ­zierte. Unver­gessen und immer wieder zu sehen ist sein Auf­tritt als Königin Beatrix von Holland bei einem Staats­empfang des dama­ligen Bundes­prä­si­denten in Berlin.

Obwohl seine Karriere nicht nur aus Höhe­punkten besteht, ist Hape Kerke­ling wäh­rend seiner über 20-jährigen Bühnen-, Fernseh- und Film­karriere immer präsent. Er schreibt Dreh­bü­cher und führte mit sei­nem Lebens­ge­fährten Angelo Colagrossi Regie bei Kino­filmen wie ‚Kein Pardon‘ oder ‚Samba in Mettmann‘.

Hape Kerkeling wächst in einfachen Verhält­nissen in Reckling­hausen auf. Seine Mutter stirbt als er acht Jahre alt ist; gemein­sam mit sei­nem Vater und sei­nem Bruder zieht er zu seinen Groß­eltern, die ihn prägen. Trotz seines Ruhmes und seines Erfolges ist Hape Kerke­ling immer ein beschei­dener Mensch geblie­ben, der seine Herkunft nie verleug­net hat. Die Boden­stän­dig­keit der Ruhr­gebiets­menschen, die jede Form von Eitel­keiten durch­schauen, haftet auch ihm an.

Ein Fernsehteam von Radio Bremen hat Hape Kerkeling bei der Präsen­tation seines Buchs ‚Ich bin dann mal weg‘ in Köln beglei­tet. In ‚höchst­per­sönlich!‘ erzählt er von seiner Jugend in Reckling­hausen, warum er schon in der Schüler­theater­gruppe nie ernst­hafte Rollen bekam und wie er damals mit seinem frühen Erfolg umging. Er spricht auch über seine jahre­lange Lebens- und Arbeits­beziehung mit Angelo Colagrossi.

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Quelle:    dieser Artikel von Claudia Müller
wurde veröffentlicht bei  Radio Bremen-Film  am 17.6.2006

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