Quelle:    Artikel von Manuel Meyer   |  erschienen in der Nordwest-Zeitung am 27.7.2010

Portugal. Der Caminho Portugues. Jakobsweg von «Porto» nach «Santiago de Compostela»

Der Caminho Portugues gehört land­schaft­lich und kultu­rell zu den schön­sten Jakobs­wegen. Die 235 Kilo­meter sind be­quem in zehn Tagen zu schaffen.

Artikel von Manuel Meyer, erschienen in der Nordwest-Zeitung am 27.7.2010

Der Jakobsweg nach Santiago de Compostela ist so beliebt wie lange nicht mehr. In die­sem Jahr er­war­tet der spa­ni­sche Wall­fahrt­sort sogar einen histo­ri­schen Pilger­rekord mit 240.000 Wan­de­rern und zehn Mil­lio­nen Besu­chern. Denn 2010 feiert Santiago eines der hei­ligen Jakobs­jahre. Das Xacobeo findet nur dann statt, wenn der Todes­tag des Apostels Jakob, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt. Nach 2010 ist es erst im Jahr 2021 wieder so weit. Wer in diesem Jahr den Pilger­mas­sen auf dem fran­zö­si­schen Weg, der popu­lär­sten aller Routen nach Santiago, entge­hen möchte, findet im portu­gie­sischen Jakobs­weg eine attrak­tive Alter­native.

Der Caminho Portugues durch den grünen Norden Portu­gals und ent­lang der spa­ni­schen Atlantik­küste gehört land­schaft­lich wie kulturell zu den schön­sten Jakobs­wegen und beginnt in Porto. In den Alt­stadt­gassen – seit 1996 Welt­kultur­erbe – verstrahlt der bröckelnde Putz der alten Häuser­fassa­den viel Charme. Auch die pracht­vollen barocken Kir­chen wie die Capela das Almas oder die Igreja de Sao Francisco ver­zau­bern. Empfeh­lens­wert ist der Auf­stieg auf den 75 Meter hohen Turm der Kirche Igreja e Torre dos Clerigos. Von dort hat man einen herr­lichen Blick auf die Alt­stadt und den Douro-Fluss.

Der Abschied von Porto fällt nicht leicht, doch bereits kurz hinter Rates taucht der Wan­de­rer am zweiten Tag in Portugals Wein­anbau­gebiet ein. Viel­be­fahrene Land­straßen blei­ben dem Pilger meist erspart. Die Tages­etap­pen sind leicht und relativ kurz.

Viele Pilger bevorzugen die portu­gie­sische Route auch deshalb, weil die 235 Kilo­meter bequem in zehn Tagen zu schaffen sind. So bleibt immer Zeit, in dem einen oder anderen Ort zu verwei­len. Besonders lohnt sich deer Auf­ent­halt in Barcelos mit seinem landes­weit bekannten Markt. Direkt am Orts­ein­gang erhebt sich die wuchtige Kapelle de Nossa Senhora da Ponte.

Alte Römerbrücke

Weiter geht es nach Ponte de Lima, einem der Höhe­punkte die­ses Jakobs­weges. Das 3000-­Seelen-­Dorf gehört zu den äl­tes­ten und schön­sten Ort­schaf­ten Portugals und ist wegen seiner alten Römer­brücke bekannt. Hinter Ponte de Lima beginnt der schön­ste Ab­schnitt des Weges. Vorbei an Rubiaes führt der Weg etliche Kilo­meter durch idyl­lische Wein­reben und dichte Pinien­wälder ein. Weiter geht es bis Valenca und über die Inter­na­tio­nale Brücke ins spanische Tui hinüber. Über O Porrino und Mos erreicht der Pilger schließlich Redondela mit seinen Via­duk­ten an der Bucht von Vigo. Auf dem Weg nach Pontevedra säumen Cruceiros, die Jakobs­weg­kreuze, und Horreros, die typisch gali­cischen Korn­spei­cher, den Weg.

Über Caldas de Reis mit seinen heißen Thermal­quelle führt der por­tu­gie­sische Jakobs­weg nach Padron. Hier landete der Legen­de nach das Schiff mit dem Leich­nam des Hei­ligen Jakobus. Mit einem Ochsen­karren sollen die sterb­lichen Über­reste dann nach Santiago gebracht worden sein. Die Route führt nun durch Mais­felder, hüge­lige Wein­berge und dunkle Pinien­wälder bis der end­lich vor der mäch­tigen Wall­fahrts­kathe­drale von Santiago de Compostela steht – ein über­wäl­ti­gen­des Gefühl.

Reise-Information in Kürze:

Ziel:  Der Weg ist 235 Kilometer lang und ver­läuft von Porto parallel zur Atlantik­küste bis in den gali­ci­schen Wall­fahrts­ort Santiago de Compostela im Nord­wes­ten Spaniens.

Anreise:  Iberia, TAP, Lufthansa, Air Berlin, Ryanair oder Easyjet fliegen von meh­re­ren deut­schen Flug­häfen nach Porto und von Santiago de Compostela zurück.

FredAnmerkung von Fred:
Ryanair fliegt inzwischen direkt
von Bremen nach Porto!

Reisezeit:  Grundsätzlich ist die Route ganzjährig geeignet. Wer die Sommer­hitze meiden will, wandert am besten in den Mo­na­ten von April bis Ende Juni oder Sep­tem­ber bis November.

Informationen:

►  ­ Portugiesisches Fremdenverkehrsamt
Tel. 01805/004930
http://www.visitportugal.com
► ­­  Spanisches Fremdenverkehrsamt
Tel. 069/725038
http://www.spain.info
► ­­  Jakobsjahr und Pilgerwege unter:
http://www.xacobeo.es
http://www.fundacionbarrie.org

► ­­  Fotos vom Caminho Portugues

  • Der Artikel von Manuel Meyer erschien in der Nordwest-Zeitung am 27.7.2010, meine Fotos stammen aus dem Jahre 2008 –
Pilgern fernab der Massen

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