Der Güstrower Wilhelm Reichel markierte in dieser Woche den Pilgerweg durch die Barlachstraße.  (Foto:  Sieglinde Seidel)

Güstrow. Am Sonntag wird eine neue Pilger­her­berge auf dem Baltisch-Mittel­deutschen Weg (Jakobsweg) in der Barlach­stadt eröff­net. Im Ge­mein­­­d­e­haus der Katho­lischen Gemeinde Güstrow sollen künf­tige Pilger über­nachten können. Nach dem Gottes­dienst um 10 Uhr und der Einwei­hung der Her­berge gegen 11 Uhr ist ein Pilger­wan­derung von Güstrow nach Karcheez geplant. In der dor­tigen Kirche erwar­tet die Teil­nehmer der Pilger­segen.

Baltisch-Mittel­deutscher Pilger­weg gekenn­zeichnet

Mit Leiter und mehreren Pilgerzeichen ausge­rüstet machte sich der Güstrower Wilhelm Reichel in dieser Woche auf den Weg durch die Stadt. Er kenn­zeich­nete den ersten Teil des Baltisch-Mittel­deutschen Pilger­weges, der durch Güstrow führt. An der Schleuse, direkt am Güstrow-Bützow-Kanal, begann die Kenn­zei­chnung. An die jeweils vorhan­denen Hinweis­schilder brachte der 68-Jäh­rige die Auf­kleber mit der ange­deu­teten gelben Muschel auf blauem Unter­grund an. „Die Strah­len auf dem Pilger­zeichen sollen die Pilger­wege in Europa zeigen – die sich in San­tiago, im Brenn­punkt, bündeln“, sagt Wilhelm Reichel. Solche Zeichen bringt er nun über­all in Güstrow an. Von der Schleuse führt der Weg durch den Heide­weg, die Tivoli­straße in die Grüne Straße. Genau hier wurde aber noch kein Pilger­zeichen gesetzt. „Das werden wir am Sonntag tun“, lässt der Pilger wissen. Dann geht es weiter, unter ande­rem an der Pfarr­kirche auf dem Markt und dem Dom­platz wird es ein Kenn­zeichen geben. Über die Nachti­gal­len­brücke geht es über die Sumpf­wiesen und den Langen­damm­schen Weg wieder aus Güstrow heraus weiter in Rich­tung Groß Upahl.

Als Regional­beauf­tragter der Deut­schen Jakobus-Gesell­schaft ist Wilhelm Reichel für die Wege in Meck­len­burg-Vorpom­mern zustän­dig. Er freut sich sehr, dass es nun auch einen Weg durch Güstrow gibt. „Insbe­son­dere weil heraus gefun­den wurde, dass Güstrow und Stern­berg zwei Pilger­orte gewesen sind“, sagt der 68-Jährige.

Der Baltisch-Mitteldeutsche Weg führt von Rostock nach Perle­berg. Künf­tig können sich die Pilger entschei­den, ob sie von Schwaan aus über Bützow oder über Lüssow und Güstrow nach Stern­berg und Demen weiter gehen wollen. Von Schwaan nach Güstrow sind es immer­hin 22,5 Kilo­meter. Wer hier eine Rast machen möchte, kann dies im katho­lischen Gemein­de­haus tun. „Pilger zahlen nichts für die Unter­kunft, aber sie geben einen Obolus“, erklärt der passio­nierte Pilger. Wenig­stens einen Betrag von fünf Euro sollten Pilger für eine Unter­kunft und Wasser­ver­brauch geben. Ganz wichtig: Jeder Pilger sollte einen Pilger­aus­weis besit­zen, um in einer Pilger­her­berge zu über­nach­ten. „Den bekommt man bei der Deut­schen St. Jakobus-Gesell­schaft in Aachen„, infor­miert Wilhelm Reichel. Über das Inter­net kann man sich ein Formu­lar herun­ter laden oder aber anrufen und sich einen Pilger­ausweis schicken lassen.

Seit Mai 2005 arbeiten der Freun­des­kreis der Jakobs­wege in Nord­deutsch­land und Mit­glie­der der Deut­schen St. Jako­bus-Gesell­schaft, Region Nord­deutsch­land, an der Belebung der alten Pilger­wege. Seit mehr als 1000 Jahren führen Pilger­wege u. a. von Skandi­na­vien oder dem Balti­kum durch Deutsch­land und Frank­reich nach Santia­go de Compo­stela im Nord­westen Spaniens, wo sich der Legende nach das Grab des Apostels Jakobus befindet. 730 Kilo­meter Pilger­wege führen durch Mecklen­burg-Vorpom­mern, die in ehren­amt­licher Arbeit erar­bei­tet, markiert und beschrie­ben wurden. Von der Barlach­stadt Güstrow aus sind es 3.245 Kilo­meter bis San­tia­go de Compostela.

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Quelle:    dieser Artikel vom  Güstrower Anzeiger
wurde veröffentlicht am 26. Oktober 2012

Güstrow eröffnet neues Pilgerzentrum

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