Heute haben wir Dirk, einen Wanderer getroffen, der min­des­tens so Jakobs­weg-‚­verrückt‘ ist wie wir. Er hat Geschich­te studiert und sich mit der Pilger­schaft im Mittel­alter beschäf­tigt. Seine Erzäh­lungen waren sehr interes­sant und beschäf­tigen uns nach­haltig. Martin hat ihn gebeten einen Beitrag für un­se­re aus­zeit­2013-­Seite zu schrei­ben. Sicher wür­den wir es nicht so gut wie­der geben können wie Dirk.

Pilgernde im Mittelalter

Die Menschen im Mittelalter hätten die­sel­ben Bedürf­nis­se wie wir heute gehabt, so auch Reise­lust, Fern­weh und Aben­teuer­lust. Reisen wäre jedoch nicht mög­lich gewe­sen, weil dieses Müßig­gang bedeu­tet hätte. Pilgern sei da eine legi­time Mög­lich­keit gewesen seine Aben­teuer­lust zu stillen.

Es seien ins­be­son­dere junge Männer unter­wegs gewe­sen. Und so lässt es sich er­klä­ren, warum sie für eine Strecke, für die man je Rich­tung ca. sechs Monate bräuchte, 3-4 Jahre be­nö­tigt haben. Die Tages­etap­pen hätten auch damals 30-40 Kilo­meter betra­gen. Erklä­ren ließe sich die­ses nur durch län­gere Auf­ent­hal­te an ein­zel­nen Orten. Es gäbe auch Be­le­ge, dass Pil­ger in man­chen Städ­ten nicht will­kom­men waren, weil sie ins­be­son­dere nach dem Genuß von Wein zu viel Un­sinn anstell­ten.

Pilgern legitimiert Müßiggang

Lässt sich das nicht auch auf heute übertragen?

 

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Pilgern im Mittelalter

3 Gedanken zu „Pilgern im Mittelalter

  • 12. November 2013 um 23:38
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    Es kommt immer auf die Motivation an. Mit der falschen Motivation kann auch eine Anstrengung oder die Einhaltung einer Disziplin/Leistung Müßiggang sein. Das erinnert mich an eine Diskussion aus dem Konfirmandenunterricht: Jeden Sonntag in die Kirche zu gehen fand der Pastor positiv. Wenn man allerdings nur kommt, um zu Hause dem Küchendienst zu entgehen, wollte er uns lieber nicht sehen. Aufs Pilgern übertragen: egal ob im Mittelalter oder heute, wer geht, um seiner eigentlichen Aufgabe im Leben aus dem Weg zu gehen, sollte sich Müßiggang vorwerfen. Anders ist es für den, der pilgert, um mit den zu erwartenden Erfahrungen seine Lebensaufgabe besser bewältigen zu können.
    Es kommt also darauf an, eine Radio-Eriwan-Antwort, oder wie der Volksmund sagt: Wenn zwei das gleiche tun, ist es noch lange nicht das selbe.

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    • Fred
      14. November 2013 um 13:57
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      Hallo Margarete. Vielen Dank für Deinen Kommentar. Du findest diesen als Gastbeitrag am 13.11. im Tagebuch wieder. Schau doch mal vorbei. Wenn noch etwas geändert werden soll, schreib mir das bitte. Liebe Grüße, Fred.

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  • 18. Juni 2013 um 16:17
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    Täglich durchschnittlich 20 km zu Fuß hinter sich zu bringen ist für mich nicht der Inbegriff von Müßiggang!

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