Herzlich Willkommen, begleite uns auf unserem Weg von Bremen nach Santiago.


Tag 1 – Donnerstag, 16.5.2013
morgens 3.507,6 km bis Santiago
flag deutschland       Bremen • Lahausen, 21 km
7:30 h | 26 Hm | 4,2 km/h
seit Start in Bremen:     21 km 


Endlich unterwegs!

So schmerzhaft der Ab­schied war, so groß ist die Freude über das was vor uns liegt. Unser Weg führt uns durch alt­­be­­kann­­tes Terrain, das Bremer Schnoor und zum Bremer Geschich­­ten­­haus im Schnoor. Hier steht der zweite von drei uns bekann­­ten Jakob­­ustatuen hoch oben über der Ein­gangs­­türe. Auch von ihm wollen wir uns verab­schieden.

Christa u. Martin mit zwei Darstellern aus dem Bremer Geschichtenhaus im Schnoor

Dann geht es weiter über die Wilhelm-­Kaisen-­Brücke auf die an­de­re Weser­­seite und hinaus aus der Stadt. Zu der Freude über un­sere Frei­heit gesellt sich ein wei­te­res Gefühl: Hunger. Über die Hektik der letz­­ten Vor­be­­rei­­tun­gen haben wir heute Morgen Essen und Trinken verges­­sen. Nach nicht einmal einem Kilo­­meter folgt die erste Rast und Einkehr beim Italiener. Bei strah­­len­­dem Sonnen­­schein sitzen wir auf der Terrasse und genie­­ßen Nudeln und – wie es sich für Pilger gehört: Wein. Keine 200 Meter Luft­­linie von un­se­­rem frü­he­­ren Zuhau­se entf­ernt fühlt es sich schon ganz „wie auf Reisen“ an.

Weiter geht es durch das Klein­­gar­ten­­gebiet zum Werder­­see und weiter an der Weser ent­lang in Rich­­tung Weyhe, un­se­­rem heu­tigen Etap­­pen­­ziel. Jede Woche gehen wir um den Werder­­see. Es ist immer viel los und man igno­­riert sich. Heute ist es anders. Mit unse­­ren Ruck­­säcken und den Wander­­schuhen und -hüten sind wir ein Blick­­fang, und wohl nicht zuletzt un­sere glück­­lichen Gesich­­ter ermu­­tigen Entge­gen­­kom­­mende zu einem freund­lichen Lächeln und Gruß.

Wir wollen zu Fuß nach Spanien gehen

Bei einer Bäckerei legen wir eine Rast ein, ent­las­­ten bei einem Getränk unsere Füße. Am Nachbar­­tisch sitzen zwei Rent­­ner­in­nen, offen­­sicht­lich mit dem Fahr­­rad unter­­wegs. Sie spre­chen uns an, fragen „wie weit wir gehen“ wollen. Mit jeder Antwort unserer­­seits scheint ihr Interes­se zu wachsen. Das haben wir seit­­dem häufiger erlebt: zunächst die freund­­liche Floskel, auf die dann ehrlich interes­­sierte Fragen folgen. Und immer wieder Gesprä­che, Anmer­­kun­­gen und Anre­gungen, welche uns dann die nächs­ten Kilo­­meter begleiten.

Am frühen Abend zieht sich der Himmel zu, dicke Wolken schie­ben sich vor die Sonne, und in der Ferne hört man es donnern. Wir ziehen das Tempo an, wollen unser Ziel vor Ein­set­­zen des Regens erreichen. Sandra und Lina kommen uns schon entgegen. Von Weitem hören wir sie unsere Namen rufen. Es ist ein biss­chen wie „nach Hause kommen“ und wir fühlen uns sofort will­kommen.

Unsere Gastgeberfamilie für die erste Nacht unserer Reise durch Europa: Sandra, Nils und Lina. Herzlichen Dank.

Nach einem schönen Abend mit leckerem Essen und anre­­gen­­den Ge­sprä­­­chen sinken wir glück- und wein-­selig ins Bett. So neigt sich der erste, sehr bewegende Tag seinem Ende zu.

 

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Tag 1 – 16.5.2013, unser Start von Bremen nach Lahausen

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