Auf der ersten Seite der Speise­karte einer Gast­stätte am Weg fan­den wir den nach­fol­gen­den Text. Eine kurze und, wie wir fin­den, interes­san­te Infor­ma­tion über Land und Leute. Hier nach­fol­gend mit freund­licher Geneh­mi­gung der Familie Gansen-­Zwank.

« Zwischen dem St. Vither Land (Belgien) und der Schneifel im Norden und dem Bitburger und Luxemburger Gutland im Süden er­streckt sich bei­der­seits der Our eine Land­schaft, die in der Westeifel „Islek“ und in Luxem­burg „Ösling“ heißt.

Die Landschaft Islek/­Ösling wird nach Osten hin begrenzt durch die Prümer Kalk­mulde und den Kyll­burger Wald (ent­lang der Linie Prüm – Bit­burg) und nach Westen hin durch die nord­öst­lichen Hoch­arden­nen (ent­lang der luxem­bur­gisch-­belgi­schen Grenze bis St- Vith). In Luxemburg sagt man zum Ösling „Eislek„, in den bel­gi­schen Ost­kanto­nen zum Islek „Eeslek„.

Der Name Islek hat schon viele Deu­tun­gen erfah­ren. Ihm wurde ange­dich­tet, dass er Eis­leute bedeute oder über­setzt vom Platt­deut­schen „Is lekt“ = „unsere Leute„. Korrekt ist die Deutung:  ÖSLING = pagus oslingis = frän­kischer Ösling-­Gau, „Asenwald“ = germ. Osi, erster bekann­ter, heute noch gültiger Land­schafts­name.

Die Landschaft im Ösing besteht aus einer wei­ten Hoch­ebene, die nach Süden leicht geneigt (580-480 m NN) und durch tief­ein­ge­schnit­tene, von Norden nach Süd verlau­fen­de Flüsse (Prüm, Our, Woltz, …) und deren Seiten­täler start zertat ist. Erdgeschichtlich gesehen handelt es sich um die Rumpf­flä­chen­land­schaft eines alten Gebirgs­massivs, zu dem das Rheinische Schiefergebirge und die Arden­nen gehören.

Islek und Ösling bilden nicht nur erd­geschicht­lich und geo­graphisch eine Ein­heit, sondern auch kultur­geschicht­lich. Erst vor 200 Jahren wurde die Land­schaft durch poli­ti­sche Gren­zen getrennt. Die Bevöl­ke­rung des Raumes gehör­te bis zum Ende der Feudal­zeit (1794) zum Herzog­tum Luxem­burg. Sprache, Brauch­tum und Kultur der Bewoh­ner waren damals nahe­zu gleich. Auf dem Wiener Kongress (1815) zog man die Gren­zen Euro­pas neu, dabei wurde der Eifel-­Arden­nen-­Raum zer­schnit­ten. Die Grenzen waren für das Zusam­men­leben der Men­schen ein großes Hindernis. Heute sind die Schranken gefallen, die Leute beider­seits der Our können sich wieder zwangs­los zusam­men­fin­den, wie einst ihre Vor­fah­ren vor 200 Jahren. »

Quelle:  Hotel-RestaurantIslekhöhe
Familie Gansen-Zwank
 
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Wer oder was ist „Islek“?

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