Heute hätten wir beinahe keine Über­nach­tung gefun­den. Nun haben wir die zweit-­kul­tig­ste Unter­kunft – nach dem Gefäng­­nis in Vechta.

Aber von Anfang an

Die Nacht liegt hinter uns. Morgens in Dort­mund. Tolles Zim­mer für 40 EUR die Nacht. Wir haben die Ruhe weg. Lecker Früh­­stück. Ob unse­re Tisch­­nach­­barn wohl für die 4-Ster­ne-­Unter­­kunft mehr gezahlt haben als wir?

Wir schauen uns beim konti­nen­­talen Früh­­stück um. Wir scheinen uns zwi­schen wich­­tigen Men­schen zu befin­­den, die gleich bedeu­­tende Ent­schei­­­dun­gen für die Mensch­­heit, min­des­­tens aber die Reihen­­folge der TOPs im bevor­­steh­en­den Meeting für ihr welt­­um­­span­­nen­des Unter­­­neh­men zu tref­fen haben. Es ist schon ein ganz beson­­deres Gefühl, vom Früh­­­stücks­­tisch auf­zu­­stehen, und den Tag ein­fach auf sich zukom­­men las­sen zu können. Vor uns lie­gen ledig­­lich 25 Kilo­meter Fuß­­marsch. Drau­ßen sieht es kalt aus. Unser Zimmer hinge­­gen ist warm und gemüt­­lich. Gegen Mittag kom­­men wir end­lich los.      🙂

Tagesziel: Herdecke

Es läuft sich bequem durchs Stadt­gebiet, Grün­­gürtel und ent­lang von Westfa­len­­hallen und Fuß­ball­­stadion. Ein locke­­rer Spazier­­gang. Die Ruck­­säcke sind in­zwi­schen für uns zu zusätz­­lichen Körper­­teilen gewor­­den. Die Sonne scheint. Super. Eine kurze Rast endet nach mehr als einer Stunde. Es fällt uns schwer, uns von den belausch­­ten und über­aus interes­­santen Gesprä­­chen der jungen Freun­­din­­nen am Neben­­tisch los­­zu­­reißen. Leider werden wir jetzt nie erfah­­ren, ob die knapp 20-­jährige den schwulen Freund tat­­säch­­lich ins Bett bekom­­men hat. Aber zurück zum Thema.

Inzwischen ist der Weg steiler, und damit für uns Flach­­land-­Tiro­ler anstren­­gen­der gewor­­den. Schließ­­lich errei­­chen wir Hohen­­sy­burg. Bis Her­decke, un­se­­rem Ziel­­ort, sind es noch gut sie­ben Kilo­­meter. Also rund zwei Stun­den zu Fuß. Es ist be­reits 17 Uhr. Kein Pro­blem, wenn man eine Unter­­kunft hat. Wir haben keine!

Wo werden wir schlafen?

Es wird empfohlen, eine tele­­fo­­ni­sche Reser­­vie­­rung für die je­weils bevor­­­steh­ende Über­­nach­­tung früh­­zei­tig vor­­zu­­neh­men. An un­se­­rem Ziel­­ort bieten sich laut un­se­rem Begleit­­buch heute drei Mög­lich­­kei­ten. Die bei­den benann­­ten Hotels sind be­reits aus­ge­­bucht. Die dritte Mög­lich­­keit: Über­­nach­­tung in der Kirchen­­gemein­de. Sagt unser Pilger­­führer. Der Pastor weiß davon offen­­sicht­­lich nichts. Er ver­weist uns an die beiden Hotels. Wie gesagt, diese sind be­reits aus­­ge­­bucht. Eine Über­­nach­­tung im Gemein­de­­haus komme nicht in Frage. Sei aus­­drück­­lich verbo­ten, sagt er. Uns drängt sich im Nach­­hinein die Frage auf: wer ent­schei­­det so etwas eigent­­lich? Pastor? Gemeinde­­rat? Eine Versich­erung?

Route 66

Hier in Hohensyburg gibt es zwei Hotels. Beide für unser Butget viel zu teuer. Eine Über­­nach­tung bei „Kirchens“ ist nicht mög­­lich. Auf­­grund von Gemein­­de­­zusam­menle­­gun­gen gibt es kei­nen Ansprech­­part­ner vor Ort. Unser Zelt auf dem Fried­­hof oder neben der Burg­­ruine auf­­zu­­bau­en kommt für uns nicht in Frage. Nachts ist es immer noch zu frisch.

Was nun? Konkrete Wünsche an das Univer­sum rich­ten? Wie schon so oft auf unse­ren Wegen: Jakob wird es schon rich­ten. Und er tut es. In Form einer total ab­ge­fah­re­nen Schlaf­­mög­­lich­­keit. Im Zelt – fernab von der Zivi­­li­­sation. Schau selbst! Ist das abge­fah­ren?

So werden wir heute Nacht einen Abstecher nach Amerika an die Route 66 machen.

Und das – garantiert – zu Fuß.

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Versprochen:     Wir laufen jeden einzelnen Meter zu Fuß.
Und wir haben die Harley Davidson auf dem Foto nicht genutzt.

Zusätz­lich wurden wir essens­-tech­nisch im Saloon gut versorgt.    Santiago.  Danke.
►    Mehr Infos zum  Themen-Motel Road Stop  in Dortmund
 
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Jakobus und das Universum

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