Wieder ein Etappenziel geschafft!

Von Varenne-­sur-­Amance lau­fen wir über 30 Kilo­me­ter bis zu die­sem schö­nen Städt­chen. Statt der er­sten 12 Kilo­me­ter auf und ab im Wald ent­schei­den wir uns für die Land­straße. Trotz­dem wer­den es wie­der über 30 Kilo­me­ter. Wie­der bei glüh­en­der Hit­ze. Und wie­der ohne jede Ein­kehr­mög­lich­keit!

Unser Weg führt uns völ­lig aus­ge­dörrt an ei­nen Aus­flugs­ort, an ei­nem rie­si­gen Stau­see ge­le­gen, mit Boots­an­le­ger und Bade­stel­le. Es ist Frei­tag – Nach­mit­tag. Die Leute auf den Liege­wie­sen gucken uns an, als ob wir gera­de aus ei­nem Ufo aus­ge­stie­gen wä­ren. Wir füh­len uns aller­dings eher wie Schiff­brü­chi­ge kurz vor dem Ver­durs­ten. Nach meh­re­ren Geträn­ken regu­liert sich lang­sam der Puls und die Betriebs­tem­pe­ra­tur kehrt immer­hin in den gel­ben Be­reich zurück.

Sechs Kilometer sind es noch bis Langres. Und die ha­ben es rich­tig in sich. Langres liegt, um­ge­ben von ei­ner Stadt­mau­er, hoch oben auf ei­nem Berg. Wunderschön! Erst ein­mal oben ange­kommen.

Die Stadt ist wirklich sehr schön. Die Stadt tront spek­ta­ku­lär über der sie um­ge­ben­den Land­schaft. Auf der Stadt­mauer kann man fast die ge­sam­te Alt­stadt um­run­den. Hier kann man sich gut vor­stel­len, wie es im Mit­tel­al­ter aus­ge­sehen ha­ben mag. Vom Turm der Kat­he­dra­le (327 Stufen) hat man einen wei­ten Rund­um-­Blick über die Dä­cher der Stadt und das um­ge­ben­de Land.

In der Kathedrale erhalten wir den Hin­weis: «Es gibt eine Pilger­her­ber­ge!». Ein Zim­mer mit zwei Bet­ten. Das Zim­mer ist bereits belegt. Wied­er ein­mal bewäh­ren sich un­se­re Luft­ma­trat­zen. Auf un­se­ren Mat­ten kön­nen wir in ei­nem Semi­nar­raum schla­fen, und die Du­schen der Her­ber­ge nutzen.

Günter, der andere Pilger, geht den «Via Fran­ci­gena» in meh­re­ren Ab­schnit­ten von «Canter­bury» nach «Rom». In «Langres» kreu­zen sich die bei­den Pilge­rwege. Wir ver­brin­gen ei­nen interes­san­ten, kurz­wei­li­gen Abend bei Piz­za und Wein.
Heute legen wir einen Pau­sen­tag ein

Zum Ei­nen kön­nen wir so in Ruhe un­se­re pilger­ty­pi­schen Auf­ga­ben in Ruhe erle­di­gen, bspw. Wäsche wa­schen, beim Trock­nen zu­sehen, und das Zelt von der Tourist­Info ab­ho­len. Zum Ande­ren beloh­nen wir uns mit ei­nem Pau­sen­tag – für die Stra­pa­zen der ver­gan­ge­nen Tage. Langres ist «eine der 50 schön­sten Städte Frank­reich». Für ei­nen Pau­sen­tag also wohl ein an­ge­mes­se­ner Ort.


 
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32 km nach Langres und – 26 km ohne Pause

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