Die bisherige Tagesetappe führt uns durch rie­sige Wein­berge – soweit das Auge reicht. Die Sonne brennt gna­den­los. Die gro­ßen Bäume vor dem Fried­hof spen­den Schat­ten und die Bänke la­den zu einer Pause ein.
«Hol‘ Dir das Wasser von den Toten»

So hatte ein Spanier es einem Pilger vermit­teln wollen. Gemeint ist, dass der Wasser­an­schluss auf den Fried­hö­fen, an­ders als ein­zel­ne Quel­len oder Brun­nen, meist trink­bares Was­ser lie­fert. Und Wasser ist unter­wegs, sowohl in Spa­nien als auch hier in Frank­reich, gefragt. Nicht im­mer kann man aus­rei­chend Trink­was­ser mit sich tra­gen. Das Ge­wicht wür­de eine zu­sätz­liche Last dar­stellen.

Als wir uns im Schatten der Bäume zum klei­nen Pick­nick nie­der las­sen, fährt ein Wohn­mobil mit däni­schem Kenn­zei­chen vor. Hält unmit­tel­bar vor dem Fried­hofs­tor. Der Fahrer ver­schwin­det ziel­stre­big auf dem Fried­hof. Die Bei­fah­re­rin legt vom Fahr­zeug aus einen lan­gen Schlauch aus. Der Was­ser­an­schluss liegt auf dem Fried­hof gleich hin­ter dem Ein­gangs­tor. Wir sind offen­sicht­lich nicht die Ein­zi­gen mit Was­ser­bedarf – und dem Wis­sen um des­sen Beschaf­fung. Wenn­gleich wir nur ei­nen Liter von dem kühlen Nass benö­tigen, erscheint das Wohn­mobil ei­nem Kamel ähn­lich. Es ist für uns schon über­ra­schend, wie­viel Wasser ein sol­cher Fahr­zeug­tank fas­sen kann. Auch auf den Sach­ver­halt, dass das Druck­ventil am Wasser­hahn im­mer wie­der gedrückt oder gehal­ten wer­den muss, damit es Wasser abgibt – ver­mut­lich um Wasser­ab­gabe in sol­chen Men­gen zu erschwe­ren – ist man ein­ge­stellt. So­fort wird die­se Auf­gabe mittels Pan­zer­kle­be­band fach­män­nisch gelöst. Wir merken: hier sind Profis am Werk.

Schnell entsteht ein Kontakt. Michael ist zu­hau­se Chef­redak­teur und pri­vat mit seiner Fa­mi­lie auf der Heim­reise aus Italien. Dort, und hier in Frank­reich kaufe er gute Weine in grö­ße­ren Men­gen ein. Die hohe Steu­er in Däne­mark mache den pri­va­ten Trans­port interes­sant. Erstaun­lich, dass ein Wohn­mobil neben so­viel Was­ser auch noch Un­men­gen von Wein­fla­schen fas­sen kann. Wir sind uns nicht mehr ganz sicher – waren es 180 Fla­schen oder gar Kisten?

 Vor der Weiterfahrt  …
«erleichtert» Michael das Fahrzeug um ein we­nig Gewicht. Er schenkt uns eine Fla­sche edel­sten Wei­nes aus Italien.
Martin mit dem edlen Geschenk

Ob­wohl wir «Weg-erprobt» eine Roll­­fla­sche im Gepäck mit uns tra­­gen, liegt uns das Um­­fül­­len ei­nes solch wert­­vol­­len Trop­­fens fern. Und so trägt Mar­tin die Glas­fla­sche inkl. ex­klu­­si­vem Glas­­ver­­schluß zur nächs­­ten Unter­­kunft – heute der Zelt­platz von Beaune.

 

►     „Lokalzeitung im Raum Frederiksberg-Vesterbro-Aynlose“:   http://www.lokalavisen-vb.dk/

 
(zurück …)

Weingeschenk aus Italien

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