Tag 93 – Ankunft in Le Puy-en-Velay. Die Hälfte des geplanten Weges von Bremen nach Santiago de Compostela.

Gestern sind wir – nach drei Monaten und einem Tag –
in «Le Puy-en-Velay» angekommen.

Der Ort ist in mehr­facher Hin­sicht ein Mei­len­stein auf un­se­rem Weg. Zu­nächst mar­kiert er die Häl­fte des Weges. Aus­ser­dem ist er be­reits seit dem Mittel­alter ein beson­de­rer Ort auf dem Jakobs­weg.

In Le Puy kom­men ver­schie­dene Wege zusam­­men. Hier haben sich die Pilger dam­als getrof­fen, um den weiten gefähr­li­chen Weg gemein­sam in Grup­pen fort zu setzen. Und schließ­lich ist Le Puy ein sehr, sehr schöner Ort zum Ver­wei­len, den wir letztes Jahr bereits kennen gelernt haben und an den wir sehr gern zurückkehren.

Auch markiert er einen Schnitt­punkt auf un­se­rem Weg. Ab jetzt wer­den wir deut­lich mehr Pil­ger tref­fen. Auf un­se­rem bis­he­rigen Weg waren es inge­samt zirka zwanzig – auf mehr als 1.700 Kilo­metern. Es ist anzu­nehmen, dass sich zudem die Infra­struk­tur und der Kon­takt zu der Bevöl­ke­rung ändern wird.

Zusammen mit «Pilger Albi» errei­chen wir die Stadt. Zu un­se­rer Über­ra­schung sind alle Pilger­her­ber­gen aus­ge­bucht. Ok, hier in Le Puy wer­den wir mehr Pilger tref­fen, aber dass selbst die Gite de Capucins mit ihren 240 Betten «complet», also ausgebucht sein würde, damit hatten wir nicht gerechnet. Wir bekom­men dann doch noch ein Zimmer in einem Accueil jacquaire, also in einer pri­va­ten Unter­kunft bei Jakobs­freun­den. Nach anfäng­licher Skepsis stellt es sich als ein Glücks­fall heraus.

Wir beziehen zu Dritt ein kleines 1-Zimmer-­Apart­ment unter dem Dach mit Bad und Küchen­zeile. Mme Bigot, unsere «Wirtin», wäscht auch noch unsere Wäsche in ihrer Wasch­maschine. Ein Luxus, den wir zuletzt in Metz hatten – also vor gefühl­ten hundert Jahren.

Morgens serviert sie uns in ihrem Wohn­zim­mer ein traum­haf­tes Früh­stück mit selbst­ge­backe­nem Brot, fri­schem Obst­salat, ver­schie­de­nen Marme­la­den und Orangen­saft. Und wieder einmal bekommen wir den in Deutschland wohl bekannten Spruch zu spüren: «Leben, wie Gott in Frankreich.» Unser Bergfest feiern wir abends zusam­men mit Pilger Albi bei Pizza und Wein.

Abschied von Le Puy-en-Velay und Mme Bigot.

Unser Abschied von «Mme Bigot» fällt schwer. In ihr ha­ben wir auf dem Jakobs­weg ein ech­tes Juwel ent­deckt. « Mme Bigot, herzlichen Dank. »
 
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Punktlandung

5 Gedanken zu „Punktlandung

  • Pingback:jakobsweg

  • 17. August 2013 um 11:14
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    Hallo, ihr Wandersleut´!

    Gratulation zur ersten Hälfte! Seid ihr eigentlich noch in eurem Zeitplan? Wir freuen uns schon jetzt auf das Wiedersehen mit euch!
    Liebe Grüße von Karola und Klaus

    Antworten
    • Fred
      9. September 2013 um 00:22
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      Hallo Karola und Klaus. Christa und Martin haben sich sehr über Eure Grüße gefreut. Vielen, vielen Dank. Ja, die beiden sind im „Zeitplan“ – und seit Le-Puy-en-Velay auf der „Zielgeraden“. Auf direktem Weg sind es inzwischen nur noch ca. 1.200 Kilometer. Allerdings wollen die beiden in Leon rechts ab nach Oviedo abbiegen, um dann durch die Picos-de-Europa über den „Camino Primitivo“ nach Santiago de Compostela zu gelangen. Die beiden verstehen es Umwege zu gehen. Smile. Liebe Grüße, Euer Fred.

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  • 17. August 2013 um 10:25
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    Guten Morgen,
    wollte nur mal eben herzlichen Glückwunsch zum Bergfest wünschen .
    Habt weiter einen guten Weg mit netten Begegnungen und schönen Landschaften
    Tschüss Elisabeth

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  • 16. August 2013 um 22:55
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    Herzlichen Glückwunsch zum Bergfest taggenau zur Hälfte des veranschlagten Zeitrahmens. Weiterhin viel Spaß, gutes Wetter und nette Gesprächspartner.
    Viele Grüße aus Hannover
    M+M

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