Heute ist Ruhetag für die Wanderschuhe

Gerade habe ich meine Wanderschuhe vom Schus­ter zu­rück er­hal­ten. Nicht wie neu. Aber sie ha­ben eine Auf­fri­schung er­hal­ten. Die Löcher im Innen­futter sind – nicht schön – aber fach­ge­recht mit Leder abgenäht. Jetzt haben wir Zeit für uns und Stadt. Pamplona. Augen­schein­lich eine inter­es­san­te Stadt. Neben­bei be­merkt, Pamp­lona ist die ein­woh­ner­stärk­ste Stadt am span­i­schen Camino francés.

Jetzt ist Zeit für das Übliche

Zeit um Probleme zu lösen, die Christa nicht hat. Sim­karte für den Inter­net­zu­gang in Spa­nien suchen, Café und Kalt­ge­tränk mit und ohne Eis in ver­schie­de­nen Straßen­cafés tes­ten, den Men­schen im All­tag zu­schau­en, der spa­ni­schen Spra­che lau­schen, das le­ben­dige Trei­ben der Groß­stadt zu er­le­ben – wäh­rend wir selbst uns als Beo­bach­ter außer­halb von Raum und Zeit fühlen.

Und natürlich Kirchen besuchen

Es ist schon interessant die verschiedenen Gottes­häu­ser auf­zu­su­chen und Ähn­lich­kei­ten und auch die Ver­schie­den­hei­ten fest­zu­stel­len. Ne­ben der Aus­stat­tung, Alter und Zu­stand fin­den wir den Geruch beim Betre­ten einer Kirche inte­res­sant. Du kommst in eine Kirche und sie besitzt ihre ganz indi­vi­duelle Aus­strah­lung, ihre eige­ne Per­sön­lich­keit. Licht, Tempe­ratur und vor allem der Geruch bestim­men den ersten Ein­druck beim Betre­ten einer Kirche.

Dane­ben besit­zen sie eine eigene, meist lange Lebens­ge­schichte. Viele Kir­chen sind über lange Zeit­räu­me hin­weg gebaut, immer wie­der erwei­tert und ver­än­dert, im Laufe der Geschich­te gege­be­nen­falls zer­stört und wie­der auf­ge­baut, ein­ge­ris­sen und neu gebaut – oder in Frank­reich verein­zelt auch zeit­weise zweck­ent­frem­det. Die­se Gebäude bli­cken auf eine lange eige­ne Geschich­te zurück. Diese Mauern haben viel mit­er­lebt, Glück wie auch Leid­vol­les. Die Welt um sie herum hat sich wäh­rend ihrer «Lebens­zeit», also meist über vie­le Jahr­hun­der­te hin­weg, verän­dert.

Menschen, so wie wir heute, haben die­se Gottes­häu­ser betre­ten. Die Beweg­grün­de mögen, wie heute auch, sicher unter­schied­lich gewe­sen sein. Sei es aus einer Pflicht oder einem Pflicht­ge­fühl heraus, aus dem Glau­ben an Gott, oder mö­­gen es gesell­schaft­liche Aspek­te gewe­sen sein.

Schön ist es unterwegs die Zeit zu haben, sich auf einer Kirchen­bank nie­der, die Au­gen zu schlie­ßen und den Raum auf sich wir­ken zu las­sen. Warum neh­men wir uns diese Zeit nicht auch im All­tag? Die Zeit neh­men wir uns auf jeden Fall beim Reisen. Also eine wahre «Zeit-Reise».

 
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Zeitreise

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