Die UNESCO hat die Welterbe­stätte

Pilger­weg nach San­tiago de Com­po­stela

um vier christ­liche Pil­ger­routen in Nord­spa­nien erwei­tert. Dazu gehö­ren die Rou­ten an der Atlan­tik­küste, im Bas­ken­land, in der Region La Rioja und in der Berg­region Liebana.

4 weitere spanische Pilgerrouten werden UNESCO-Welt­kulturerbe

Die Unesco hat die euro­pä­ische Welt­erbe­stätte ‹Pilger­weg nach San­tiago de Compo­stela› um vier christ­liche Pilger­routen in Nord­spanien erwei­tert. Dazu gehö­ren laut Beschluss der Bonner Unesco-Jahres­tagung vom Sonntag die Pilger­routen an der nord­spa­nischen Atlan­tik­küste, im Basken­land, in der Region La Rioja und in der Berg­region Liebana in Kanta­brien. Zusam­men bilden diese vier Pilger­routen ein knapp 1.500 Kilo­meter langes Wegenetz.

Jerusalem, Rom und Santiago

Das gemeinsame Ziel, das alle histo­rischen Wege der Pilger­route verbin­det, ist das Grab des Apostels Jakobus des Älte­ren in San­tiago im nord­spa­nischen Galicien. Nach der Entde­ckung des Grabes im neunten Jahrhun­dert wurde San­tiago neben Rom und Jeru­salem zum drit­ten Haupt­ziel christ­licher Pilgerfahrten.

Der Hauptweg Camino Francés ist bereits seit 1993 Welt­kultur­erbe

Die Hauptroute des Jakobs­weges in den spani­schen Pyre­näen zählt bereits seit 1993 zum Welt­erbe der Mensch­heit. 1998 nahm die Unesco auch die fran­zö­sischen Pilger­straßen nach San­tiago in die Welt­erbeliste auf.

Europaweites Netz von Straßen und Wegen

Der Jakobsweg ist ein europa­weites Netz von Straßen und Wegen. Seit dem neunten Jahr­hun­dert führt er Pilger vom Balti­kum über Polen, Deutsch­land, die Schweiz und schließ­lich Frank­reich zum angeb­lichen Jakobus-Grab. Im Mittel­alter erstreck­ten sich die Tages­etap­pen meist von einem „hei­ligen Ort“, an dem Reli­quien verehrt wurden, zum nächsten.

Neben den fast zahllosen Veräs­te­lungen und Zubrin­gern gab es (je nach Zählung) vier bis sechs Haupt­routen durch Frank­reich. Der ‹Weg der Deut­schen›, die ‹Via Lemo­vicensis›, ging von Vezelay in Burgund aus und war der Haupt­weg für Pilger aus Nord- und West­deutsch­land sowie aus Osteuropa.

Johannes Paul II. rief zur Wieder­be­lebung der Jakobswege auf

Der sogenannte Küstenweg für Engländer und Iren verlief ent­lang der fran­zö­sischen Atlan­tik­küste bis nach Spanien. Weiter öst­lich verlie­fen die ‹Via Turo­nensis› über Paris, Tours und Bordeaux, die ‹Podien­sis› über Le Puy über Conques, die ‹Tolo­sana› über Arles und Toulouse sowie der soge­nann­te Pyre­näen­weg über Beziers und Foix.

Seit 1982 Papst Johannes Paul II. und 1987 der Euro­pa­rat zur Wieder­belebung der Jakobs­wege auf­rie­fen, hat auf dem gan­zen Konti­nent eine Renais­sance dieser ‹europä­ischen Kultur­bewegung› einge­setzt, wie die von Jahr zu Jahr stei­gende Zahl von Pilgern belegt.

Allerdings spielen neben religiösen auch im­mer mehr touris­tische und sport­liche Motive eine Rolle.

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Quelle:    Dieser Artikel von KNA wurde veröf­fent­lich auf katholisch.de am 6. Juli 2015

UNESCO erweitert Weltkulturerbe der Jakobswege
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