Der Alltag hatte uns nach unse­rer Auszeit 2013 schnell wieder in seine Arme geschlos­­sen. Gerne erin­nern wir uns an die Zeit, an die Erleb­­nisse, und auch an die Einsich­­ten. Bei unse­­ren Vorträ­gen sind wir unse­rem Weg regel­­mä­ßig wieder ganz nahe. Und doch müssen wir erken­­nen, dass es gar nicht einfach ist die gewon­­ne­nen Erkennt­­nisse aus die­ser Zeit auch im Leben sicher an­zu­wenden.

So blieb beispiels­weise auch kaum Zeit für unsere Web­­seite. Gute Vorsätze sind ein Anfang. Also ist er gemacht, der Anfang.

Es zieht mich wieder auf den Weg

In Kürze geht es los. Nicht nur einen Urlaub lang. Sondern gleich für mehrere Wochen.

Wohin? Diese Frage stellte sich mir. Südspanien? Oder Portugal? Dann machte sich der Gedanke breit, noch­mals von zuhause aus zu starten. Vor der eige­­nen Haus­­türe begin­­nen. Sehr reizvoll. Ich wäre monate­­lang mehr oder weniger allein unter­wegs. Das wollte ich jetzt nicht.

Das Wetter ist wohl auch nicht das optimale um sich auf den Weg zu machen. Wie würde ich täg­lich meine Wäsche trocken bekom­men?

Egal. Die Entschei­dung ist gefal­len. Nicht zuletzt die Verfil­­mung des Bestsel­lers von Hape Kerkeling «Ich bin dann mal weg» hat mich darin unter­stützt. Ich werde den «Camino francés» ein zweites Mal gehen.

In den zurück­lie­gen­den elf Jahren hatte ich den Haupt­weg in Spanien weitest­­gehend gemieden. Zu über­lau­fen. Zu touris­­tisch vermarktet erschien er mir. Im Jahre 2013 haben wir ihn dann gemein­sam, für mich das erste Mal, in seiner vollen Länge kennen gelernt.

Unser Glück: im Novem­ber waren nicht all zu viele Pilger auf dem Weg, die Herber­­gen geöffnet. Das Wetter war von wenigen Ausnah­­men abgese­hen hervor­ra­gend. Die Tempera­­turen erfrischend. Ich habe den Weg lieben gelernt. Land­schaft­­lich. Geschicht­lich. Und ich freue mich auf andere Menschen, mit denen ich mich beim gemein­samen Abend­­essen und beim Wein über den Weg austau­­schen und über Gott und die Welt plaudern kann.

Mein Weg wird dieses Mal wie der vieler anderer in dem kleinen franzö­­si­schen Städtchen «Saint-Jean-Pied-de-Port» im Basken­­land, unweit der Landes­­grenze zu Spanien beginnen. Am ersten Tag erwartet mich die Überque­­rung der Pyrenäen. Vermut­lich sehr schnell werde ich mir die Fragen stellen, warum ich mir das zumute, warum ich mich wieder einmal auf den Weg gemacht habe. Viel­­leicht werde ich sogar schon während des Aufstiegs fluchen. 23 km Stei­gung liegen am ersten Tag vor einem.

Und ich werde, anders als häufig empfohlen, nicht zuvor viel «laufen», sondern direkt vom Sofa aufstehen und mich auf den Weg begeben. Mir ist bewusst: die Antwort auf diese Fragen ist mir gut bekannt.   Ultreja!

 
(zurück …)

Bald wieder weg!

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