Claudia fragt am 19.2.2016:   „Hallo. Meine Schwester und ich würden gerne mit unse­ren Kindern (3 Jahre u. 10 Monate) im Juni für ca. 2 Wochen den Jakobs­weg an der Küste entlang wandern. Was sind Eure Meinun­gen dazu? Ist das möglich? Liebe Grüsse, Claudia.“

Hallo Claudia. Schon jetzt wünsche ich Euch viel Freude. Die Anstren­gun­gen wird in meinen Augen weniger die Kinder, als mehr Dich und deine Schwester treffen. Smile.

Vor einigen Jahren habe ich ein Paar mit ihrer acht Mona­te alten Tochter für einen Tag beglei­tet. Es hatte eine Woche zuvor an einigen Tagen gereg­net und den Wald­bo­den aufge­weicht. Die beiden hatten einen tollen, aber auch sehr aufwän­digen „Kinder­wagen“ dabei.

Es war für beide Eltern­teile eine hohe körper­liche Heraus­for­de­rung. Aber es ist möglich! Falls erfor­derlich, weicht man eben auf einen befes­tigten (Alter­nativ)-Weg aus – mittels Karte, GPS oder Sprach­kennt­nis. Auch Eure 3-jährige Beglei­tung wird sicher (das gilt m. E. für alle Jakobs­wege) nicht über Stun­den selbst laufen, sondern auf Eure Hilfe ange­wiesen sein. Oder?

Manu hat oben bereits den guten Vorschlag gepostet, es an Wochen­en­den zuhause vor Ort schon mal auszu­pro­bieren. Dann wisst Ihr, wie Ihr es anstel­len müsst.

Die Herbergen sind in der Regel gut auch mit jungen Kindern zu nutzen. Zu beden­ken ist aller­dings, dass unruhige Kinder ebenso wie Schnarcher, während der Nachtstun­den keine übermä­ßige Sympathie in Her­ber­gen erleben. Auf jeden Fall wird ein höhe­rer Planungs­auf­wand auf Euch zukom­men, da die Abstän­de der Herbergen zuein­an­der auf verschie­denen Abschnit­ten vermut­lich eine hohe Heraus­for­derung für Euch bedeu­ten. Schließlich und letztendlich ist das von Euch Vieren abhängig.

Grundsätzlich spricht NICHTS gegen Euer Vorhaben.

Im Gegenteil:  die Tochter des Ehepaa­res war wach und aufmerk­sam, ich habe selten ein derart zufrie­denes und ausge­gliche­nes Kind gesehen. Auch die Übernach­tung in den Herber­gen war völlig unkompli­ziert. Einfach toll. Und welche Kinder erhal­ten soviel Aufmerk­sam­keit im All­tag? Hier auf dem Weg haben Eure Kinder Euch den ganzen Tag für sich.

Der Küstenweg

P.S.  Ihr solltet Euch zuvor den Wegverlauf etwas genauer ansehen – und für eure zwei Wochen eine flache Strecke, ggf. direkt am Küsten­verlauf (mit Sandsträn­den) aussu­chen. Viele Menschen, die sich das erste Mal auf den Küsten­weg „camino de la Costa“ (oder auch „camino del norte“ genannt) begeben, glauben an einen flachen Küsten­weg entlang des Wassers. Um so erstaun­ter sind sie dann, jede Menge Hügel und einen Wegver­lauf mit bis zu 40 Kilo­meter abseits des Küsten­verlaufs vorzu­finden. Es gibt aber eben auch Abschnit­te, die am Meer verlau­fen oder immer wieder dorthin zurückkehren.

Ihr werdet viel Freude haben

Schon jetzt wünsche ich Euch bei den Vorbe­rei­tun­gen, an den Wochen­enden und bei Eurer Zeit auf dem Weg viel Freude. Die werdet Ihr neben allen Anfor­de­rungen an Euch haben. Da bin ich mir sehr sicher. Buen Camino.

Grüße aus Bremen, Martin.

 

P.S.  Die Empfehlung von Susanne zum „caminho portu­gues“ finde ich für Euer Vorha­ben super. Wenn die Anrei­se nach Porto für Euch ok ist, dann ist das eine empfeh­lens­werte Alter­na­tive. Es gibt aber auch in Deutsch­land zahl­reiche schöne wieder­be­lebte Jakobs­wege. Man kommt eben nur nicht (so schnell) in Santiago an. Grins.

 
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Kinder auf dem Jakobsweg
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