Anstrengend, schwierig, herausfordernd. Die «Via de la Plata» gilt noch immer als einer der anspruchs­voll­sten Jakobs­wege in Spanien. Doch trotz des eher abschre­cken­den Rufs ist sie einer der faszi­nie­rend­sten Pilger­wege.

Wie kein ande­rer verbin­det sie zwei grund­ver­schie­dene Facet­ten spani­scher Lebens­art, Kultur und Geschi­chte:  am Start das sonnen­durch­flu­tete, pracht­volle Sevil­la mit seinem medi­ter­ranen Charme, einst eines der Zentren arabi­scher Hoch­kultur, am Ziel das aus Granit gehauene, oft regen­nasse Santiago de Compostela, einer der bedeu­tend­sten Wallfahrts­orte der Christen­heit. Dazwi­schen liegen fast 1.000 km Weg­strecke – das entspricht in etwa der Distanz Kiel-Bern.

Im frühen Morgengrauen an der Kathedrale von Sevilla zu stehen, vor sich den schier unvor­stell­bar langen Weg haben, all die Erleb­nisse und Ein­drücke, die einen erwar­ten – das ist einer jener Gänsehaut­momente, den man Außen­stehen­den kaum erklären kann. Dieser Augen­blick des Inne­haltens vor dem ersten von Zigtau­sen­den von Schritten.

Wandern auf der «Via de la Plata»

Die «Via de la Plata» ist neben dem «Camino Francés» und dem «Camino del Norte» die dritte große Pilger­route Spaniens. Doch obwohl älter an Jahren, wird die knapp 1.000 km lange Strecke von Sevilla nach Santiago de Compostela weniger frequen­tiert, auch wenn seit einigen Jahren ein Aufschwung zu bemerken ist.

Die Via de la Plata steht im Ruf, kein einfacher Weg zu sein. Faktoren wie ihre Länge (1.000 km), die große Sommer­hitze vor allem im Südteil der Route sowie das noch immer geringere Angebot an Übernach­tungs­möglich­keiten spielen dabei eine Rolle.

Über weite Strecken stellt die «Via de la Plata» höhere Anfor­de­rungen an die Pilger als andere Jakobs­wege. Proble­matisch ist weniger das bis auf wenige Ausnah­men eher flache Strecken­profil, als vielmehr die wenigen Versorgungs­möglich­keiten am Weg und die teils großen Distan­zen zwischen den Unterkünf­ten. Erfah­rung mit anderen Pilger­wegen zu haben ist durch­aus ein Vorteil. Eine weitere Besonder­heit ist das noch immer geringere Pilgeraufkommen.

per Mausklick zum Bergverlag Rother
Auszüge aus dem Pilgerführer vom Bergverlag Rother,  Quelle:  Rother «Via de la Plata» Jakobsweg von Sevilla nach Santiago de Compostela von Cordula Rabe, 3. komplett überar­bei­tete Auflage 2016 

 
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Jakobsweg in Spanien / «Via de la Plata»

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