Ina fragt am 22.2.2016:   „Wie gut ist der Camino Primitivo ausge­baut bzgl. Pilger­her­bergen? Ich möchte in Bilbao starten.“

Hallo Ina.  Vorweg:  die Versorgung mit Pilger­her­bergen auf dem «Camino Primitivo» ist als lücken­los, sogar als hervor­ra­gend zu bezeich­nen. Wie Volkmar dir bereits geschrie­ben hat, für den Weg benö­tigst Du keinen (aktuellen) Pilger­führer.

TiPP:  investiere den­noch rund 17€ für den jeweils aktuel­len Pilgerführer von Raimund Joos (gelber Einband, Conrad-Stein-Verlag), den roten aus dem Rother-Verlag (bisher nur Küstenweg) oder andere, oder schau mal auf die Web­seite der Jakobus­freun­de Pader­born. Auch dort bekommst Du ein Verzeich­nis in deut­scher Sprache.

Die wohl bekanntesten Pilgerführer in deutscher Sprache für den „Küstenweg“ – dein Wegabschnitt von Bilbao bis zum Abzweig nach Oviedo – und für den „Camino Primitivo“

Auf dem Weg verläuft man sich nicht. Die Aus­schil­derung ist gut – meist gelbe Pfeile. Hier brauchst Du kein Buch. Falls Du kein Geld für einen Pilger­führer ausge­ben willst, findest Du auch entspre­chende Infos über Weg und Unter­künf­te auf den Inter­net­seiten spani­scher Jakobus­freunde, oder in den Her­ber­gen jeweils zu den vor Dir lie­gen­den Her­ber­gen auf dem wei­te­ren Weg.

Alle wichtigen Angaben – aktuell – und auch die preisgünstigste Möglichkeit bieten die „Jakobusfreunde Paderborn“.
Camino de la Costa

Auf dem «Camino de la Costa» (oder oft auch «Camino del Norte» genannt) von Bilbo bis zum Abzweig nach Oviedo ist der Weg weitest­gehend gut ausge­schil­dert. Im Sommer (Juli/August) gibt es auf­grund der zusätz­lichen Notunter­künfte, bspw. in Sport­hallen, ein gutes Herbergs­angebot, wobei die Abstände schon deut­lich größer sind als bspw. auf dem «Camino Frances».

Und bitte nicht über­sehen, auch wenn der Küsten­weg zu einem größe­ren Teil an der Küste, und zeit­weise sogar am Strand und einsa­men Buchten entlang verläuft, so ist er in weiten Teilen geprägt durch Hügel und ein regel­mäßiges auf und ab. Er ist damit in seiner Gänze auf jeden Fall anstren­gen­der, aber gut zu laufen. Angst vor zu wenig Unter­kunfts­mög­lich­keiten ist unbegründet.

In den Wintermonaten und außerhalb der Pilgersaison ist der Weg merkbar wenig begangen und sind verein­zelte Pilger­her­bergen auch schon mal geschlos­sen. Ist man in dieser Zeit zu Zweit unter­wegs, kann man zwische­ndurch aber auf ein­fache Zimmer für 20-30€ auswei­chen. Ach­tung. Leider reicht wäh­rend der kalten Jahres­zeit die Heiz­kraft der Heizung in solchen Unter­künfte nicht an deut­sche Standards. Aber wer zu dieser Zeit pilgert, der nimmt das wissent­lich in Kauf. Smile.

Im Sommer war es bisher (6x seit 2004 zu unterschiedlichen Jahres­zeiten) meist sonnig, und angenehm warm. Eher selten uner­träg­lich heiß. Oft geht ein leich­ter, kaum merk­barer Seewind. Die Regen­wolken bleiben im Sommer häufig an den Picos hängen. Es mag regnen, meist aber keines­­falls durch­gän­gig oder über mehre­re Tage hinweg. Das ändert sich ggfs. in Galizien.

Zurück zum Camino Primitivo

Im weiteren Verlauf des Camino Primitivo wird es auch im Sommer erfah­rungs­gemäß verein­zelte Regen­tage geben, aber oft deut­lich wärmer sein als auf dem Küsten­weg.

Es kommt immer anders als man glaubt

All diese Informationen basieren auf unse­ren Erfah­run­gen. Unsere Erfah­run­gen sagen aber auch:  ist man zwei Tage früher oder später auf dem Weg, können bspw. die Pilger­zahlen deut­lich abwei­chen, und von Jahr zu Jahr wird das Wetter zur sel­ben Zeit anderes sein.

Also laß Dich von nie­man­dem und nichts abhal­ten, pack immer Regen­schutz und ggfs. auch eine Iso­matte ein, dann bist Du auf alles vorbe­rei­tet. Letz­tere ist auf deinen beiden vor Dir liegen­den Wegen gerade während der Sommer­monate, meist bis in den Septem­ber oder in den Okto­ber hinein, nützlich, um sich eine schöne Pause im Schatten eines Baumes zu gönnen.

Viel Freude. Und Grüße aus dem zur Zeit sehr verreg­neten Bremen.

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von Bilbao über Oviedo auf den «Camino Primitivo»

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