Quelle:  Christophe von doorout.com. Outdoor erleben. | 3.12.2016
Interessante Tipps zum Thema Schnürtechnik.

Es gibt viele Arten seine Wanderschuhe zu schnüren! Optik und Gewohnheit sind aber nicht die einzigen Gründe für verschiedene Techniken. Wie man einen Schuh bindet hat wesentliche Auswirkungen auf Passform und Wohlbefinden!

Schnürsenkel … ein Alltagsgegenstand.

Die meisten Menschen lernen im Alter von 5 Jahren die Schuhe zu binden.

Warum sollte jemand also daran interessiert sein, einen Artikel über das Schuhbinden zu lesen? Gründe können vielfältig sein: manche suchen nach trendigen Alternativen, Querdenker suchen nach effizienteren Methoden, Knoten-Enthusiasten suchen nach einer Referenz, Sportler nach einem Wettbewerbsvorteil. In diesem Artikel wollen wir speziell den Wanderfreunden verschiedene Arten und Tricks vorstellen, um möglichst bequem, blasen-, druck- und scheuerfrei unterwegs zu sein.

1. Die Zwei- Zonen- Schnürung

Mit dieser Technik wird unsere Schnürung von den Tiefzughaken in zwei Bereiche (oben und unten) geteilt. Die Zone 1 , von den Zehen bis zu den Tiefzughaken, und die Zone 2, von den Tiefzughaken bis hoch zum Schaft, können mit unterschiedlichen Spannungen geschnürt werden. Diese Schnürungsmethode erlaubt mehr Einstellungsmöglichkeiten, man kann damit sein Schuhe besser der eigenen Fußform anpassen (Spannhöhe, Fuß- und Knöchelbreite usw…). Dazu ist es möglich die Spannung im Schaftbereich zu lockern ohne den Halt im Vorderfuß zu verlieren. Das ist besonders praktisch während langer Aufstiege zum Beispiel.

Zwei-Zonen-Schnürung

2. Flaschenzugtechnik

Oft ist der Fersenbereich des Wanderschuhs breiter geformt als die Ferse selbst, sodass der Fuß zu locker im Schuh steht und bei jedem Schritt durch Nachobenrutschen an der Rückwand scheuert. Gegen dieses Fersenschlupfphänomen kann man die letzten zwei Haken vor den Tiefzughaken anstatt über Kreuz durch zwei Ösen derselben Seite einfädeln. Damit haben wir mehr Spannung auf dem Spann, der Fuß wird besser nach hinten und unten gedrückt und die Ferse bleibt schön, wo sie sein soll.

Flaschenzugtechnik (gegen Ferseschlupf)

3. Was tun bei fehlenden Tiefzughaken?

Wir haben festgestellt, dass der richtige Druck auf die Tiefzughaken sehr gut gegen Fersenschlupf wirkt. Die Tiefzughaken sind in zweifacher Ausführung je Schuh an Standardwanderstiefeln zu finden. Aber was tun, wenn diese Haken fehlen oder nicht nutzbar sind?

In dem Fall kreuzen wir die Schnürsenkel in Spannhöhe erst mal in Gegenrichtung und machen dann mit einem Schnürsenkel einen Knoten um den anderen Schnürsenkel. Keine Panik, das Bild ist deutlich klarer. Mit dieser Technik erreichen wir eine festere Schnürung mit mehr Spannung auf dem Spann und dadurch einen besseren Sitz der Ferse.

Wenn der Tiefziehhaken fehlt

4. Parallelschnürung

Wer einen hohen Spann hat, hat es nicht immer einfach den passenden Schuh zu finden. Es gibt aber beim Schnüren eine sehr effiziente Technik gegen diese Problem, die Abhilfe schaffen kann und einen großen Unterschied macht. Statt die Schnürsenkel zu kreuzen, werden diese parallel eingefädelt. Damit vermeiden wir Druckpunkte auf die mittlere Kreuzung und schaffen mehr Raum für den Spann. Tipp: Einfach mal beim nächsten Anprobieren im Laden nutzen!

Parallelschnürung

5. Schuhweite anpassen

Drückt der Schuh auf den Spann oder seitlich am Vorderfuß, fädelt man die Senkel auf Höhe der Druckstelle, anstatt über Kreuz, durch zwei Ösen derselben Seite. Dadurch kann sich der Schuh hier weiten, ihr habt mehr Raum, weniger Druckstellen und viel mehr Spaß beim Wandern.

Schuhweite anpassen

6. Gegen Schmerzende Hühnerauge

Druck im Vorderbereich des Fußes? Die Zehen schmerzen? Schmerzende Hühnerauge? Es gibt für das alles eine einfache Lösung und zwar die Ladenschnürung. Damit wird ein Schnürsenkel direkt nach oben gezogen, während der andere komplett in der Parallelschnürung hoch-gefädelt wird. Die Anpassung des Drucks auf die ganze Länge des Schuhes ist damit vereinfacht. Man kann zu jeder Zeit die Spannung in unterschiedliche Bereiche anpassen.

Schmerzende Zehen-Hühnerauge

Allgemeine Tipps zum Schnüren

  • Nach ungefähr 20 Minuten Gehzeit immer nachschnüren, da der Fuß schwellt und sich bis zu 5% in den ersten Minuten ausdehnt. Also „frisch“ schnüren, um unangenehmen Druck zu vermeiden.
  • Bergab sollte man fester schnüren im Bereich zwischen Spann und Schienbein, damit rutschen wir nicht so weit nach vorne im Schuhe.
  • Bergauf kann man die Schnürung am Schaft tiefer setzen oder eventuell lockerer machen um mehr Beweglichkeit zu erhalten.

 
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Schnürtricks für Wanderer

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