Iris fragt: „Lohnt sich der San Salvador? Wie ist er so? Ich kann mich nicht ent­schei­den zwi­schen San Sal­va­dor und Vasco.“

Hallo Iris. Der San Sal­va­dor und der Camino Vasco del Interior sind zwei unter­schied­liche Wege mit sehr unter­schied­lichen Stärken.
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Zwei Wege im Norden Spaniens

Es beginnt mit der Entfer­nung (San Salvador ca. 120 km, Interior über San Sebastian u. den Weg der Trans­hu­manz ca. 235 km), mehr Höhen­meter auf dem San Salvador. Beide Wege sind toll, beide weniger von Pilgern be­gan­gen (Interior noch etwas einsamer), und doch weisen beide Caminos eine super Infra­struk­tur an Pilger­unter­künften auf. Der Camino San Salvador bietet sich m. E. als „antei­liger Weg“ an, wenn man vom Camino Francés kom­mend bei Leon gerne auf einen „ruhi­ge­ren“ Weg wech­seln möchte, über den Camino von Madrid kommt oder seinen Weg in León beginnt. Im Anschluss bietet es sich an seinen Weg ab Oviedo auf dem Camino Primi­ti­vo oder in zwei Tages­etap­pen auf dem Küsten­weg – dem Camino del Nortefort­zu­setzen.

Camino San Salvador

Der Camino San Salvador ist sehr schön und in 4-8 Etappen zu gehen. Heraus­ra­gend sind sicher die zwei Tages­etap­pen in den Bergen, in denen man zeit­weise das Gefühl bekom­men kann, allein auf dieser Welt zu sein. Unter­künf­te sind einfach, liebe­voll und aus­rei­chend vorhan­den. ACHTUNG bei der ersten Tages­etappe: nach gut 18 km in Cabanillas gibt es die erste Albergue, jedoch weder Restau­rant noch Einkaufs­mög­lich­keit (Lebens­mittel mitbrin­gen!) – ODER – für erfah­rene Weit­wan­derer (erste Tages­etap­pe mit rund 27 km ab León) bis La Robla. Dort gibt es im Ort „alles“. Die Albergue liegt am Weg ca. 1 km vom Zentrum am Orts­aus­gang. Alle wei­te­ren Unter­künfte ergeben sich „von selbst“. In den Her­ber­gen gibt es in der Regel umfang­reiches Infor­ma­tions­material über den (weite­ren) Weg. Bei Interes­se gerne nach­fragen.

Camino Vasco del Interior

Bei dem Camino Vasco del Interior handelt es sich gleich­falls um einen überaus reiz­vollen Weg. Seine Stärke: „wohl­tuend ruhig“ – da meist wenig Pilger unterwegs – und man durch­quert sehr abwechs­lungs­reiche Land­schaf­ten.

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Begin­nend an der Küste – meine Empfeh­lung: auf dem GR über den Höhen­zug und den Berg Jaizkibel (Variante des Camino de la Costa; oft auch fälsch­­licher­­weise Camino del Norte genannt), im Ort Pasajes mit dem kleinen Boot über­set­zen – von Irun nach San Sebas­tian (traum­hafte Küsten­­strecke und Aus­sich­ten aufs Meer, 1-2 Etap­pen), dann land­ein­wärts über den Weg der Trans­humanz, Höhen­lagen der Pyre­näen­aus­läufer (einsam und je nach Wetter wunder­schöne Ausblicke; Anm.: auf dieser Weg­varian­te an die­sem Tag nur einzelne Übernach­tungs­mög­lich­keit auf Bauern­hof, F/HP mög­lich, kein wirk­licher Pilger­preis; alter­nativ bietet sich zumind. im Sommer draußen-schlafen oder Zelt an; der Haupt­weg führt durchs Tal mit Albergue; deut­lich schöner und folglich in mei­nen Augen empfeh­lens­wert ist der Höhen­weg), durch den Tunnel von San Adrean (ein natür­lich entstan­de­ner Durch­gang im Gebirge und Wetter­scheide), später führt der Weg durch die weiten Wein­fel­der der Rioja (meist Ende Juli Wein­ernte). Wir wurden in jedem klei­nen Dorf mit heimi­schen Rotwein versorgt, jeder Wein anders, jeder Wein einmalig gut. Ein Traum für Weintrinker.

Man gelangt letzt­end­lich auf den Camino francés, bspw. bei Santa Domingo de la Calzada oder Burgos. Am Ende des Weges wird es erfah­rungs­gemäß einen Schock geben: nachdem man etliche Tage ggf. völlig allein unter­wegs war, gelangt man auf den Francés mit seiner bekann­ten Ausprägung.

Beide Wege sind traum­haft und sollten von interes­sier­ten Jakobs­weg­freun­den einmal be­gan­­gen werden. Ich würde es an deiner Stelle vermut­lich abhän­gig machen von deinen Vorlie­ben, der Jahres­zeit und vor allem von der zur Verfü­gung stehen­den Zeit. Noch ein Gedanke: schau Dir deine Möglich­kei­ten zur An- und Rück­reise an.

An- und Rückreise

Beide Wege sind für die meis­ten Pilger aus Deutsch­land nicht per Direkt­flug zu errei­chen. Günstige Flüge (in der Regel) finden sich für den San Salva­dor nach Madrid, von hier aus mit Zug oder Bus nach León, am nächs­ten Tag von hieraus den Weg beginnen (an der Bronze­figur des einsa­men Pilgers auf dem Platz San Marcos vor dem Para­dor-Hotel León; der Francés führt nach links, der San Salva­dor führt rechts am Hotel vorbei). In Oviedo dei­nen Weg ggf. über den Camino Primi­tivo fort­set­zen (mind. bis Lugo). Fehlt es an Urlaubs­tagen, Rück­flug denk­bar ab Flug­hafen Asturias/Oviedo (liegt nörd­lich von Oviedo, an der Küste; im Som­mer ggf. mit Tagen am Strand verbin­den; smile) oder Santan­der (Direkt­flüge bspw. Berlin, Weeze).

Für die Anreise zum Camino Vasco del Interior bieten sich verschie­dene Varian­ten an. Für viele deut­sche Pilger: (Bsp.1) Flug nach Bil­bao, mit dem Flug­hafen­Transfer­Bus (wartet vor dem Flug­hafen) zum Bus­bahn­hof, von dort mit dem Über­land­bus direkt nach San Sebas­tian (verein­zelt fah­ren Busse weiter nach Irun; anson­sten umstei­gen und weiter mit Bus oder Zug nach Irun. Mit etwas Glück dauert der Transfer nach der Lan­dung in Bilbao bis Irun nur rund 3 Std. (Kosten unter 20,-€); (Bsp. 2) Flug, Zug- oder Bus­fahrt nach Bayonne, von hier mit Bus oder Bahn nach Irun, oder noch besser, zu Fuß auf dem „Camino de la Costa“ nach Irun.

So, das reicht?  Viel Freude mit und auf dem Weg.

P.S. Für jeden der das hier liest und sich auf einen der bei­den Wege begibt: ich würde mich über ein Feed­back, Ein­drücke und Erleb­nisse vom Weg freuen und veröffent­liche diese gerne in unse­rem Blog (selbst­ver­ständ­lich auf Wunsch anonym). Unse­ren NEWS­ letter kannst Du (bei Dar­stel­lung am PC/Mac gleich rechts oben neben dem Text) abon­nieren. Garantiert FREI von Werbung!

BUEN CAMINO.

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San Salvador oder Vasco del Interior?

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