schnupperpilgern

Hallo liebe Jakobsweg- und Pilgerfreunde.

Ihr seid HERZLICH WILLKOMMEN.

Was ist das: „Schnupper-Pilgern“? 

Warum machen wir das?  Was wollen wir damit bezwe­cken?  Was bringt es Dir einen Tag lang unter­wegs zu sein? … Fragen über Fragen. Und es gibt noch mehr. 

Der Hintergrund ist, dass Menschen sich und mich immer wieder fragen, ob und wie sie sich auf­machen können. Sie möchten sich auf den Weg machen. Meist denken sie dabei an den zur Zeit wohl bekann­tes­ten Pilger­weg: den Jakobs­weg.

Einer dieser Wege eines europa­weiten Wege­netzes führt als „Via Baltica“ direkt durch Bremen. Zu diesem Thema findet man in Büchern, Pilger­füh­rern und dem Internet viele Infor­ma­tionen, Tipps und Rat­schläge. Wer beginnt sich mit diesem Thema ausein­ander zu setzen merkt schnell, dass sich manche Empfeh­lungen wieder­holen – manche eben aber auch nicht.

Eingeladen ist, wer sich für das Pilgern, Wan­dern, Unter­wegs­sein interes­siert – und offen ist für Neues.

Wir bieten Interessierten die Möglichkeit, die ersten Schritte vor und auf dem Weg nicht allein gehen zu müssen. Gerne begleiten wir Dich bei den ersten Überlegungen und Vorbereitungen. Hierzu bieten wir Interessierten unsere Schnupper-Pilgern-Touren an. Die Teilnahme ist grundsätzlich kostenfrei. Neben der Erfahrung des Gehens – allein oder gemeinsam – bietet sich hierbei auch die Gelegenheit Fragen zu stellen, Antworten mit nach Hause zu nehmen und die Erkenntnis: das ist alles gar nicht schwierig. Im Gegenteil – mit einer fachkundigen Vorbereitung fällt es sogar sehr leicht.

Die selbe Frage an fünf Pilger gestellt, ergibt nicht selten sechs unter­schied­liche Ant­wor­ten. Wie kommt das?

Nicht jeder hat Recht. Jeder bringt sich mit (ein). Geprägt durch Werte und Nor­men. Die Men­schen sind unter­schied­lich. Ihre Rück­schlüs­se aus dem Geseh­enen und Erleb­ten und folg­lich Ihre Erfah­rungen auch. Manch einer sieht und erlebt eben zu einem Teil auch einfach das, was er erwartet.

Andere öffnen ihre Sinne und werden überrascht. Für mich selbst hat das Pilgern ein klein wenig gemein­sam mit „wieder-Kind-sein“.

Als Kind nahmen wir die Dinge und Gescheh­nisse um uns herum mit ande­ren Augen wahr: gerin­gere Erwar­tungen, weniger Vorur­teile. Oft glauben wir genau zu wissen, was als nächstes passieren wird, wie es weiter­geht. Viele Dinge und sogar manche Men­schen sind für uns im Laufe der Jahre selbst­ver­ständ­lich gewor­den. Manch­mal neh­men wir sie nicht einmal mehr bewusst wahr. An welcher Stelle hat unser unbeküm­mertes Erleben einen anderen Weg als wir genommen?

Die kleinen Dinge im Leben

Unterwegs freue ich mich wieder viel mehr über die „kleinen Dinge“ des Lebens:   das Wetter, den Wind, gewohnte und unbe­kannte Düfte, die Natur, Raupen, Schmetter­linge und Schnecken auf dem Weg, Hunde, Katzen und Vögel, als gebür­tiger Städter freue ich mich unter­wegs Kühe zu erleben, den Geschmack von saube­rem Wasser, gekühl­ten Geträn­ken, das Mitein­ander von Menschen, das gemein­same Kochen und Teilen, das zustim­mende Lächeln, es fällt mir leichter zuzuhören und zu verstehen, das befrei­ende Lachen vor Glück, die für einen anderen von ihm scheinbar wie selbstver­ständ­lich erbrach­te Unter­stüt­zung, das freund­liche Mit­ein­ander, etwas mit anderen, mir noch vor kurzer Zeit unbekann­ten Menschen zu erle­ben und sich gemein­sam daran zu erfreu­en.

Es ist eine Kunst und Heraus­for­derung diese „kleinen Dinge“ vom Weg mit in den Alltag nehmen zu können. Nicht selten erleben wir genau dort ihre größere, bedeutsame Wirkung.

Und ich erfreue mich daran, dass mein Körper das alles mitmacht. Schritt für Schritt. Auch morgen wieder – auf ein Neues.

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Was ist das?

Viele Informationen und Tipps können uns bei unse­rer Planung und ersten Aus­ein­ander­setzung mit dem Projekt „Unterwegs­sein auf dem Jakobs­weg“ helfen. Eines können alle Ratschlä­ge und Empfeh­lun­gen nicht erset­zen: die eigene Erfah­rung. Das Er­leben. Wie ist das, einen ganzen Tag zu gehen? Nur wenige von uns sind in unserem Alltag dazu genötigt, die meiste Zeit des Tages über auf den Füßen zu sein. Da hilft in meinen Augen nur eines: just do it. Mach es. Probie­re es doch einfach einmal aus.

Ein Tag auf dem Jakobsweg

Für den Anfang:   erst einmal einen Tag“. Lass uns gemein­sam kurz über­le­gen, welches Risiko wir damit ein­gehen. Am Abend schmer­zen unse­re Füße? Haben wir uns Bla­sen gelau­fen? Viel­leicht erin­nern uns unse­re Füße auch zu Beginn der näch­sten Woche noch das ein oder andere Mal an unse­re heu­tige Entschei­dung und unse­ren Mut? Schaffe ich den Weg? Und wenn es regnet oder schneit? Bin ich schon zu alt so etwas zu wagen? Ist das völlig neu für Dich?

Ich habe mir angewöhnt mir in vergleic­hbaren Situa­tionen die Frage zu stellen: „was kann mir – im schlech­testen Fall – passie­ren?“. Ja, was kann mir beim Pilgern schon passieren?

Vielleicht fahre ich früher mit dem Bus zurück. Im schlech­tes­ten Fall lasse ich mich abho­len oder nehme ein Taxi zur Halte­stelle. Das ist alles? Kein Problem für mich. Das probiere ich aus.

schnupperpilgernWas bringt mir das?

Der schwierigste Schritt ist bekannt­lich der erste. Wer zuvor noch niemals Tag für Tag län­gere Strecken gegan­gen ist, kann hier einen ersten Eindruck gewinnen. Gut ist, man geht nicht allein. Um diese Jahres­zeit sind wir vermut­lich in einer kleinen Gruppe, viel­leicht auch nur zu Dritt unter­wegs. Einge­laden sind Interes­sierte und erfah­rene Jakobsweg- und Pilger­freunde.

Vincent weiß um seine Erfahrung: „Durch das Pilgern kommt man zu sich selbst – oder zumin­dest kommt man immer schlauer zurück als vorher.“

Recht hat er damit. Das ganze darf auch noch Spaß machen. Und den haben wir immer. Unter­wegs ist Zeit und Gele­gen­heit allein zu gehen, sich auszu­tau­schen, Fra­gen zu stellen und Ant­wor­ten mit­zu­neh­men – und gemein­sam mit anderen – an der frischen Luft – Neues zu erleben.

Machen wir das!

Oder wie der Pilger seit dem Mittel­alter zu sagen pflegt:  Ultreja.
 
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Schnupper-Pilgern?

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