In der Stadtkirche „Unser Lieben Frauen“ geht es dem Himmel entgegen. Dort hängt noch bis zum 31. Juli an 14 Meter langen Seilen im Chor­raum hinter dem Altar eine Himmels­schaukel. In einer Kirche schaukeln? Wo gibt’s denn sowas? Was hat das mit der Refor­mation zu tun?

Bremen. In „Unserer Lieben Frauen Kirche“ am Marktplatz findet man noch bis Ende Juli eine Himmelsschaukel.

„500 Jahre Reformation, das heißt auch 500 Jahre Entdeckung der Freiheit in Glaubens­dingen“, betont Bremens Refor­mations­bot­schafterin Maria Esfandiari. „Kein Mensch kann mir den Zugang zum Himmel­reich verschaf­fen oder verwei­gern, egal wie es im Leben kommt. In der befrei­enden Liebe Gottes bin ich aufge­hoben. Ich finde, die Schaukel ist ein tolles Symbol dafür, dass es im Leben auf und ab geht, ich mich manch­mal schwer fühle und dann wieder leicht und beschwingt. Ich kann pendeln oder weit ausholen, wie ich mag und muss mich selbst bewegen, so wie ich Leben ja auch immer selbst Verant­wor­tung überneh­men muss. Das kann mir niemand abnehmen.“

Stephan Kreutz, Pastor an „Unser Lieben Frauen“, hat das Projekt Himmels­schaukel ins Leben gerufen. Auch er ist begeis­tert von ihrer Symbol­kraft. Ihm ist wichtig, dass die Besucher der Kirche es sich in einer Atmos­phäre der Ruhe und Gelas­sen­heit darin bequem machen und spüren können, „wie sie fast schwere­los schwingen, gehalten und geborgen sind wie in Abrahams Schoß. Die Kirche der Refor­mation ist eine Kirche des Wortes, und das ist auch gut und wertvoll. Aber sie hat durchaus auch die Tradi­tion, andere Sinne anzu­sprechen, z.B. mit der wunder­baren Kirchen­musik, die in den evan­ge­lischen Kirchen ja erst zur Blüte gelangt ist. Und die Himmels­schaukel bedeutet eben: Wir möchten nicht nur von Gebor­gen­heit reden, sondern sie auch mit allen Sinne erfahr­bar machen.“ Die Schaukel schenkt in dem hohen Raum der Kirche für einen Moment ein Gefühl der Schwere­losig­keit. „Im übertra­genen Sinn heißt das auch: Für einen Moment werde ich das Schwere los, ich kann es hinter mir lassen und werde wie auf Schwingen ein wenig dem Himmel entgegen getragen. Und wenn ich dann die Kirche wieder verlasse, fühle ich mich viel­leicht ein bisschen leichter. Das ist ein groß­ar­tiges Erlebnis!“

Die Himmelsschaukel ist TÜV-geprüft und für Kinder und Erwach­sene geeignet. Im Chor­raum liegt ein Gäste­buch aus, in dem Besucher­innen und Besucher ihre Eindrücke notieren können. Oder sie twittern ihre Kommen­tare unter #Himmelsschaukel2017.

Die Seele baumeln lassen und ganz beschwingt sein – das kann man in der Stadt­kirche „Unser Lieben Frauen“ bis zum 31. Juli täglich von 11 bis 17 Uhr erleben. Nur bei Gottes­diensten und Trauungen macht die Schaukel Pause. Es sei denn, ein Paar möchte einmal ganz beschwingt die Ehe beginnen  . . .

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Quelle:   der Artikel wurde von der  Bremischen Evangelischen Kirche  am 1. Juli 2017 veröffent­licht. Weitere Infor­mationen und Veran­stal­tungen finden sich auf der Web­seite   »»

Dem Himmel entgegen

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