Pilgern im Mittelalter

Heute haben wir Dirk, einen Wanderer getroffen, der min­des­tens so Jakobs­weg-­verrückt ist, wie wir. Er hat Geschich­te studiert und sich mit der Pilger­schaft im Mittel­alter beschäf­tigt. Seine Erzäh­lungen waren sehr interes­sant, und beschäf­tigen uns nach­haltig. Martin hat ihn gebeten einen Beitrag für un­se­re Aus­zeit­2013-­Seite zu schrei­ben. Sicher wür­den wir es nicht so gut wie­der geben können.

Pilger im Mittelalter

Die Menschen im Mittelalter hätten die­sel­ben Bedürf­nis­se wie wir heute gehabt, so auch Reise­lust/­ Fern­weh und Aben­teuer­lust. Reisen wäre jedoch nicht mög­lich gewe­sen, „Pilgern im Mittelalter“ weiterlesen

Tag 3 – 18.5.2013, von Harpstedt nach Wildeshausen

Herzlich Willkommen. Begleite uns auf unserem Weg von Bremen nach Santiago-de-Compostela.

Tag 3 – Samstag, 18.5.2013
flag deutschland       
Harpstedt • Wildeshausen,   12,5 km
3:30 h | 66 Hm | 4,2 km/h
seit Start in Bremen:     58,5 km
Es ist wie es ist:   Wir sind total ge­schafft und brau­chen Zeit um zur Ruhe zu kom­men. Lang­sam bewe­gen wir uns weiter, wählen kurze Etap­pen, schlafen viel, pfle­gen un­se­re Füße und kom­men an. Es fühlt sich wie Ur­laub an. Nicht wirk­lich vor­stell­bar, dass wir uns so mona­te­lang fort­bewe­gen werden. Wie gesagt, noch fühlt es sich wie Urlaub an. „Tag 3 – 18.5.2013, von Harpstedt nach Wildeshausen“ weiterlesen

Tag 1 – 16.5.2013, unser Start von Bremen nach Lahausen

Herzlich Willkommen. Begleite uns auf unserem Weg von Bremen nach Santiago-de-Compostela.

Tag 1 – Donnerstag, 16.5.2013
morgens 3.507,6 km bis Santiago
flag deutschland       Bremen • Lahausen, 21 km
7:30 h | 26 Hm | 4,2 km/h
seit Start in Bremen:     21 km 

Endlich unterwegs!

So schmerzhaft der Ab­schied war, so groß ist die Freude über das was vor uns liegt. Unser Weg führt uns durch alt­­be­­kann­­tes Terrain, das Bremer Schnoor und zum Bremer Geschich­­ten­­haus im Schnoor. Hier steht der zweite von drei uns bekann­­ten Jakob­­ustatuen hoch oben über der Ein­gangs­­türe. Auch von ihm wollen wir uns verab­schieden.

Christa und Martin mit zwei Darstellern aus dem Bremer Geschichtenhaus im Bremer Schnoor

Dann geht es weiter über die Wilhelm-­Kaisen-­Brücke auf die an­de­re Weser­­seite und hinaus aus der Stadt. Zu der Freude über un­sere Frei­heit gesellt sich ein wei­te­res Gefühl: Hunger. Über die Hektik der letz­­ten Vor­be­­rei­­tun­gen haben wir heute Morgen Essen und Trinken verges­­sen. Nach nicht einmal einem Kilo­­meter folgt die erste Rast und Einkehr beim Italiener. Bei strah­­len­­dem Sonnen­­schein sitzen wir auf der Terrasse und genie­­ßen Nudeln und – wie es sich für Pilger gehört: ‹Wein›. Keine 200 Meter Luft­­linie von un­se­­rem frü­he­­ren Zuhau­se entf­ernt fühlt es sich schon ganz wie auf Reisen an.

Weiter geht es durch das Klein­­gar­ten­­gebiet zum Werder­­see und weiter an der Weser ent­lang in Rich­­tung Weyhe, un­se­­rem heu­tigen Etap­­pen­­ziel. Jede Woche gehen wir um den Werder­­see. Es ist immer viel los und man igno­­riert sich. Heute ist es anders. Mit unse­­ren Ruck­­säcken und den Wander­­schuhen und -hüten sind wir ein Blick­­fang, und wohl nicht zuletzt un­sere glück­­lichen Gesich­­ter ermu­­tigen Entge­gen­­kom­­mende zu einem freund­lichen Lächeln und Gruß.

Wir wollen zu Fuß nach Spanien gehen

Bei einer Bäckerei legen wir eine Rast ein, ent­las­­ten bei einem Getränk unsere Füße. Am Nachbar­­tisch sitzen zwei Rent­­ner­in­nen, offen­­sicht­lich mit dem Fahr­­rad unter­­wegs. Sie spre­chen uns an, fragen wie weit wir gehen wollen. Mit jeder Antwort unserer­­seits scheint ihr Interes­se zu wachsen. Das haben wir seit­­dem häufiger erlebt: zunächst die freund­­liche Floskel, auf die dann ehrlich interes­­sierte Fragen folgen. Und immer wieder Gesprä­che, Anmer­­kun­­gen und Anre­gungen, welche uns dann die nächs­ten Kilo­­meter begleiten.

Unsere Gastgeber-Familie für die erste Nacht unserer Reise durch Europa:  Sandra, Nils und Lina. Herzlichen Dank.

Am frühen Abend zieht sich der Himmel zu, dicke Wolken schie­ben sich vor die Sonne, und in der Ferne hört man es donnern. Wir ziehen das Tempo an, wollen unser Ziel vor Ein­set­­zen des Regens erreichen. Sandra und Lina kommen uns schon entgegen. Von Weitem hören wir sie unsere Namen rufen. Es ist ein biss­chen wie nach Hause kommen und wir fühlen uns sofort will­kommen. Nach einem schönen Abend mit leckerem Essen und anre­­gen­­den Gesprä­­chen sinken wir glück- und wein­selig ins Bett. So neigt sich der erste, sehr bewegende Tag seinem Ende zu.


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¡Ultreia! Verabschiedung am St. Petri Dom in Bremen

Dem heutigen Tag haben wir lange ent­ge­­gen gefie­­bert. Es ist schon ein komi­­sches Gefühl. Jetzt soll es end­lich los­­gehen. Ein­fach so? Einen Schritt vor den ande­ren setzen. Und wie machen wir jetzt «den ersten Schritt»?

Das Warten hat ein Ende

Vor dem Bremer St. Petri Dom wer­den wir per­sön­­lich verab­­schie­det. Um 12 Uhr tref­fen wir uns zum Mit­tags­­gebet. Auf der Home­­page des Doms ist zu lesen: «Sich eine kurze Auszeit neh­men, Musik hören, in Ruhe sit­zen, einige Gedan­ken mit in den weite­ren Tag nehmen.»

Das passt für unser bevor­­steh­­endes Vorha­ben. So hat­ten wir uns das gedacht. Kom­men wir wirk­lich zur Ruhe? So oft wur­den wir gefragt, ob wir aufge­regt seien. Jetzt haben wir allen Grund dazu. Schließ­­lich ist es schon ein ein­schnei­­den­des Erleb­nis, das uns da bevor­­steht. Wir haben es nicht anders gewollt. Wir haben es sogar sehr bewusst gewollt. Waren wir doch bereit unse­ren beruf­­lichen und persön­­lichen Alltag für eine schein­bar lange Zeit gegen Ruck­sack und Wander­­stiefel zu tauschen.

75 Mal

Hält man sich vor Augen, das wir Men­schen in unse­rem Leben durch­schnitt­­lich 75 Mal Früh­ling, 75 Mal den Som­mer und 75 Mal den Herbst erle­ben, so wird unser Vor­ha­ben allein schon zeit­lich gesehen, einen bedeu­ten­­den Anteil in unse­rem Leben einnehmen.

Reisesegen, Stempel und gute Wünsche für den Weg
Martin, Christa, Maria, Elisabeth (v.l.n.r.) und Präsens­dienst im St. Petri Dom zu Bremen. Der erste Stempel im Pilgerpass.
Jetzt kann es losgehen  ..  der erste Stempel im Pilgerpass.

Pastor Christian Got­zen nimmt sich die Zeit uns mit einem Reise­­segen auf den Weg zu verab­­schie­den. Oft schon waren wir im Dom. Doch heute fühlt es sich so anders an. Ein unwirk­­licher Moment. Wir bekom­­men unse­ren ersten Stempel in das Cre­den­cial, dem offi­ziel­len Pil­ger-Aus­weis, mittels dem man seinen zurück­­ge­­leg­ten Weg doku­­­men­­­tiert und später am Ziel nach­weist. Das Ziel. San­tiago de Compo­stela. Waren wir doch schon einige Male dort ange­kom­­men. Doch jetzt fühlt es sich so weit weg an. Nun ja, es ist sehr weit weg. Noch tren­nen uns mehr als 3.400 Kilo­­meter von unse­rem Ziel. Buen camino. Habt einen guten Weg. So verab­­schie­det man Pilger und tren­nen sich Pilger unter­­ein­­ander, um sich für den wei­te­­ren Weg alles Gute zu wün­schen. So wer­den wir nun auch, in Bremen verab­­schie­det. Viele tau­send Kilo­meter lie­gen vor uns. Uns kommt beiden zeit­­gleich der histo­­rische Ruf der Pilger in den Sinn. Ultreija. Los geht’s!

Es wird Zeit Abschied zu nehmen

Ein bewe­gen­der Moment. So mag es wohl auch für die Pilger im Mittel­­alter gewe­sen sein, das Gefühl, sich für eine lange Zeit nicht mehr zu sehen.

Letzte Verab­schie­dung in Bremen:  Evelyn u. Werner, Elisa­beth, Man­fred, Tini, Maria und Sabine (v.l.n.r., Foto von Martin Gott­schewski)

►    Fred möchte etwas sagen:   Fred’s Kurzinfo

 

Via Jutlandica – der Pilgerweg in Schleswig-Holstein

Pilgerexperte Thomas Werner aus Rieseby zeigt 20 Fotos der „Via Jutlandica“.   (Foto:  Ritterbusch)

Eckernförde. Pilgern ist nicht erst seit Hape Kerke­lings Erfah­rungs­berichtIch bin dann mal weg“ bei vielen Men­schen beliebt.

„Der Pilger bekommt einen tiefe­ren Einblick in sich selbst und findet zu sich“, weiß Thomas Werner aus Erfah­rung. Viele Pilger­reisen hat der Riesebyer schon unter­nommen. Nun hat er zusam­men mit Gerhard Wolff und der Unter­stüt­zung der erfah­renen Pilgerin Wiebke Fischer einen alten Zubringer zu den bekannten Jakobs­wegen entdeckt.

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Hape Kerkeling – höchstpersönlich!

‚Ich bin dann mal weg‘ lautet der Titel des neuen Buches von Hape Kerke­ling, das gerade erschie­nen ist. Der wohl belie­bteste Komiker Deutsch­lands hat sich vor zwei Jahren auf eine Pilger­reise auf den Jakobs­weg bege­ben. In sechs Wochen ist er mit sei­nem Ruck­sack allein durch die Pyre­näen gewan­dert und hat seine Erleb­nisse wäh­rend dieser Reise zu sich selbst fest­ge­halten. Dass Hape Kerke­ling nicht nur ein Spaß­vogel son­dern auch ein sehr ernster Mensch ist, der es genießt alleine zu sein, wird viele Zuschauer über­­ra­schen. Schon seit Jahren zieht er sich wäh­rend seiner Arbeits­pausen nach Italien zurück, dem Land, das zu seiner zweiten Heimat gewor­den ist. Hier wird er nur selten auf der Straße erkannt und kann Energie tanken und neue Ideen entwickeln.

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