Jakobsweg

Figur eines Jakobuspilgers der Deutschen St.-Jakobus-Gesellschaft e.V.

Der Jakobsweg ist ein euro­pa­weites Netz von Stra­ßen und Wegen. Seit dem neun­ten Jahr­hun­dert führt er Pilger zum angeb­lichen Grab des Apostels Jakobus ins spanische San­tiago de Compo­stela. Motive zur mittel­alter­lichen Pilger­reise waren: ein Gelübde erfül­len oder von der Kirche die Verge­bung von Sünden bestä­tigt erhal­ten. Nachdem Martin Luther das katho­lische Ablass­wesen kriti­siert hatte, flaute der Pilger­boom ab. Ab 1970 erlebte das Pilgern eine neue Renais­sance. Seit 1990 steigt die Zahl der Jakobs­pilger rasant: Damals erhiel­ten knapp 5.000 Pilger in San­tiago die Pilger­urkunde, 2016 waren es 278.000.

1987 hat der Europarat die Jakobswege zur ersten Euro­pä­ischen Kultur­straße ernannt. Seit den Neun­ziger­jahren gehören der Haupt­weg durch Spanien und die vier Haupt­wege durch Frank­reich zum UNESCO-Welt­kul­tur­erbe. Durch die Schweiz ist vor allem die Route vom Boden­see zum Gen­fer­see als histo­rische Route verbürgt. (Anmer­kung Fred): seit dem Jahr 2015 sind auch die nord­spa­nischen Jakobs­wege in die Liste des UNESCO-Welt­kul­tur­erbe mit aufge­nom­men wor­den: Camino del Norte, Camino Costero, Camino Vasco del Interior, Camino Liébana und der Camino Primitivo.

Symbol der Jakobspilger ist eine Muschel. Der Legende nach wurde ein Ritter durch den Bei­stand des Heiligen Jakobus vor dem Ertrin­ken geret­tet. Als er wieder aus dem Was­ser auf­tauch­te, sollen Ross und Reiter voller Jakobs­muscheln gewesen sein.

 

Quelle:   dieser Artikel von Sylvia Stam wurde veröf­­fent­­licht auf KATH.ch, ergänzt durch unsere eigenen Fotos (© caminojakobsweg.de)

Jakobus-Verehrung

Der Apostel Jakobus der Ältere ist seit mehr als 1.000 Jahren Schutz­patron des christ­lichen Spanien. Jakobus gehörte laut bib­li­scher Über­lie­fe­rung zum engsten Kreis um Jesus Christus und wird in ganz Europa verehrt: auf Deutsch als heiliger Jakob, auf Fran­zö­sisch Saint-Jacques, Englisch Saint James, Ita­lie­nisch San Giacomo, Spanisch Santiago, San Jaime, San Jacobo oder San Diego. Sein kirch­licher Fest­tag ist der 25. Juli.

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Vor 30 Jahren belebte der Europarat den Jakobsweg neu

Die Muschel weist den Weg: Jakobsweg durch Spanien | © Andrea Krogmann

«Ich bin dann mal weg.»  Der Satz kommt einem heute fast wie von selbst über die Lip­pen, wenn das Thema auf den Jakobs­weg zu spre­chen kommt. Ja, manch einer hält sogar den Best­sel­ler von Hape Kerke­ling aus dem Jahr 2006 für den Aus­lö­ser des neuen Booms auf den mittel­al­ter­lichen Pil­ger­strassen nach San­tiago de Compo­stela. Dabei war der Zug damals schon in ziem­lich voller Fahrt.

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Ein Artikel macht die Runde

Bin ich übermüdet? Habe ich viel­leicht zu wenig getrun­ken? Spielt mir meine Wahr­neh­mung einen Streich?

Saint-Jean-Pied-de-Port . Auf dem Jakobsweg

Jetzt stolpere ich zum x-ten Mal über diesen Artikel. Immer derselbe Text (oft wortwörtlich) – nur ande­re Zeitung. Da scheint der Schrei­ber sei­nen Arti­kel erfolg­reich vermark­tet zu haben. Ob er wohl auch selbst gepil­gert oder auf ei­nem kom­plet­ten Camino zu Fuß unter­wegs gewe­sen ist?

Vermutlich eher nicht. Seine Ausfüh­rungen sind sehr allge­mein. Ich frage mich: soll ich mich nun über einen sol­chen Artikel ärgern? Hält er Interes­sierte von ihrem ersten Weg ab? Das wäre für jene wirk­lich schade. Auf der ande­ren Seite: soll ich mich freuen, dass eine solche Presse und die daraus fol­gende Stim­mung die Pilger­zahlen senkt? Auch das wird nicht pas­sie­ren. Viel­leicht aber ändert sich das Publi­kum auf den Wegen? Ich hoffe nicht.

Das lesen wir

Freuen würde ich mich, in den Foren ganz viele neue Bei­träge über die guten Erfah­run­gen zu finden. Gerne lese ich Posts von Men­schen, die in weni­gen Sätzen von Erleb­nissen berich­ten, die sie unter­wegs gemacht haben – was sie berührt hat und viel­leicht auch nach­hal­tig geprägt. Viel lieber lese ich von tol­len Begeg­nun­gen und … und … und … ich freue mich über Fotos und die persön­lichen Geschich­ten dazu. Schön, dass ich die auch neben Themen wie ‚Bett­wan­zen‘ und ‚Kampf um einen Schlaf­platz‘ im Netz finde.

Das macht mir Mut …

Meine Oma pflegte immer zu sagen: ’nichts wird so heiß geges­sen, wie es gekocht wird‘. Beruhi­gend. Der Hype mit den hoch­ge­koch­ten Themen in den Medien wird sich auch wieder abküh­len. Dann ist wieder Zeit um zu Essen.

Was ich eigent­lich sagen will: ‚Don’t be afraid‘!  Lasst Euch nicht bange machen. Du, der das erste Mal auf den Jakobs­weg gehen willst: Lass dich nicht abhal­ten. Mach deine eige­nen Erfah­run­gen. Der Weg zeigt dir auch künftig seine Schönheit und Geheim­nisse, so wie Du bereit bist, offen für Neues zu sein.

Ich wünsche allen weiterhin viel Freude, jederzeit einen guten Weg. Buen camino. Ultreja! LG aus Bremen.

Euer 

Fred
Nachgeschoben:

Ein Artikel macht Stimmung. Es geht mir nicht darum, was darin geschrieben steht. Der überwiegende Teil der enthaltenen Fakten sind Realität. Vielmehr be­schäf­tigt mich dessen Wirkung. Gelesen wird der Artikel einmal, vielleicht auch nur die Headline. Letzteres gilt zumindest für die Wahr­neh­mung der dann folgenden Artikel. Aus diesem Grunde habe ich auch lange überlegt, diesen Beitrag zu posten. Mich letztendlich aber dafür entschieden, um deutlich zu machen .. in Wirklichkeit handelt es sich nur um einen Bericht – er begeg­net uns eben nur in zahlreichen verschiedenen Medien.  

Als Leser erhalte ich schnell den Ein­druck, die Welt habe sich verän­dert. Letzt­end­lich ist es primär aber nur ein Beitrag und in allen Publikationen nur die Sicht­weise eines ein­zel­nen Schrei­bers. Ist der Jakobs­weg wirk­lich so über­lau­fen? Ich höre und lese von Pil­gern auch ganz andere aktuelle Erfah­run­gen vom Weg. Wäh­rend der Som­mer­mo­na­te war schon immer mehr los. Im August, der Haupt­reise­zeit der Spanier, fül­len sich Her­ber­gen und Unter­künfte verständ­licher­weise.

Wie ist das, wenn ich im Biergarten oder auf der Garten­ter­ras­se meines Lieb­lings­­lokals an ei­nem hoch­som­mer­lichen Abend einen Platz suche?

Natürlich werden die Wege auf den letzten 100 Kilo­metern vor und bis Santiago de Compo­stela mehr bevöl­kert sein als die Wege zuvor und an ande­ren Orten. Und ja, das Interes­se um die Jakobs­wege in Spanien und Europa ist ein ande­res als vor Jahren. Die Zeiten ändern sich. Fragen wir uns doch, was wir damit anfangen wollen. Oder?

 

Um diesen Artikel geht es:

Hier der besagte Zeitungs­artikel von Ralph Schulze, erschie­nen am 15.8.2017 im GENERAL-ANZEI­GER BONN unter dem Titel ‚Völker­wan­de­rung auf dem Jakobs­weg‘ und WESER-KU­RIER BRE­MEN unter dem Titel ‚Ausge­tre­tener Pfad‘, am 18.8.2017 in den SALZ­BURGER NACH­RICH­TEN und in DIE PRESSE unter dem Titel ‚Pilger­stau am Jakobs­weg‘, am 21.8.2017 in der BER­LINER MORGEN­POST, HAM­BUR­GER ABEND­BLATT, IKZ, BRAUN­SCHWEI­GER ZEI­TUNG, WOLFS­BUR­GER NACH­RICH­TEN und NRZ unter dem Titel ‚Große Zahl der Pilger sorgt für Ärger entlang des Jakobs­wegs‘.

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Begegnungen mit Hunden auf dem Weg

 

Isolde schreibt am 17. August 2017:   „Wir waren im Mai auf dem Primi­tivo. Ein­sam war er keines­wegs! Körper­lich etwas an­stren­­gend und wir muss­ten an vielen Hunden vorbei!!! Darüber soll­test man sich im Klaren sein. Mit laut Rufen, Schim­pfen u. mit dem Trek­king­stock haben wir sie in die Flucht geschla­gen. Sonst kann ich mich an keine Gefah­ren erin­nern.“

Pilger und Hund – es geht auch anders!    (Quelle:  Internet, unbekannt)

Dazu schreibt Elke:  „Ich habe mich auf dem Primi­tivo sehr sicher gefühlt, auch auf Strecken, auf denen ich manch­mal alleine lief. Und die oben beschrie­bene Sache mit den Hunden habe ich ganz anders gehand­habt, nicht gleich mit Rufen, Schim­pfen und mit dem Trek­king­stock drohen😕.! Ich sah den Hund und sprach ruhig mit ihm, sogar auf deutsch. Es hat ohne Aus­nah­me geklappt, der Hund war ruhig und interes­siert. Viel­leicht wäre diese sanf­tere Methode eine Option? Hunde sind nicht unbe­dingt bösartig.“

Hallo Elke.  Du sprichst mir aus der Seele.

Diesen wirklich großen Hunden bin ich auf meinen Wegen begegnet. Immer freund­schaftlich.

Viele Hunde sind neugierig, freuen sich über Abwechs­lung. Tiere an der Kette oder auf einge­zäunten Grund­stücken sollte man (wenn man es nicht besser weiß) unbe­ach­tet lassen. Das­selbe gilt für Hunde, welche auch ohne Zaun die Gren­zen ihres Grund­stückes kennen. Mit Bellen und Drohen beschüt­zen Sie ihr Grundstück.

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Erfahrung & Test mit ANTI-BRUMM Forte

Anja schreibt am 15. August 2017:   „ANTI-BRUMM Forte wirbt damit neben Mücken, Bremsen etc. auch gegen Milben und Flöhe zu schützen. Ob es das wirk­lich kann weiß ich.“

ANTI-BRUMM Forte (rote Flasche) hat im „Mücken­test“ bei Stif­tung Waren­test gerade als bestes Mittel abge­schnitten. War aber auch vor einigen Jahren verdäch­tig, krebs­erre­gend zu sein. Ob sich die Zusam­men­set­zung geän­dert hat? Das gleich­zeitig getes­tete ANTI-BRUMM Naturel konnte die Tester nicht überzeugen.

Ich hatte das ANTI-BRUMM Forte auf der Via Baltica vor zwei Wochen abends in einem Feucht­gebiet bei Gewit­ter­lage gegen Mücken im Einsatz. Hat einsame Spitze die Mücken fern gehalten. Sie versuch­ten auf der Haut zu landen, ent­schie­den sich aber sofort abzu­drehen. Es war ein interes­santes Schauspiel. Auf jeden Fall riecht das Spray penetrant nach Chemie; der „Duft“ verfliegt aber schnell.

Die Übersicht lässt sich zum besseren Lesen per Mausklick vergrößern

Herstellerinfo:   ANTI-BRUMM forte

Es folgt ein umfang­reicher und lesens­werter Artikel zum Thema Insek­ten­abwehr von der Stiftung Warentest, veröf­fent­licht am 1. August 2017.

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Stiftung Warentest zum Thema Zecken

Jedes Jahr aufs Neue beschäftigt Menschen, die sich als Wan­derer oder Jakobs­weg­pilger in der Natur bewe­gen, das Thema Zecken und Mücken.

Schmunzeln und nicht so ganz ernst nehmen. Aber lustig. Oder?   (Quelle:  zecken.de)

Zum Thema » Mücken findest Du Infos in einem wei­­te­­ren Beitrag von heute. Bei der Recher­che bin ich über einen kurzen Film­­be­i­trag der Stif­­tung Waren­­test und einen Film­­bei­­trag des SWR-MARKT­CHECK­check mit Dr. med. Lothar Zimmer­mann gestolpert.

Wichtig !

Lass Dir die Freude und den Spaß am unterwegs sein nicht nehmen. Dennoch ist es gut, informiert zu sein.

Kurzinfo:  Die Zecken sammelt man mög­licher­weise beim Durch­streifen von Gras und Gräsern ein. Sie kön­nen am Körper hoch­krab­beln und so auch inter­es­sante Regionen (feucht-warm) wie Knie­kehlen, im Schritt, Bauch­falte und unter der Brust oder die Achsel­höhlen erreichen.

Wie funktioniert das?

Die Zecke betäubt die Haut, sticht und vergrö­ßert ihr eige­nes Volumen durch das abge­saugte Blut. Meine Erfah­rung: am besten ent­fernt man sie mit einer Zecken­karte (oder aber man zieht sie vor­sich­tig mit einer Pin­zet­te aus der Haut). Wichtig ist, das Tier nicht zu quet­schen. Dadurch bestünde die Gefahr, den Darm­inhalt der Zecke und damit ggfs. darin enthal­tene Borrelien direkt ins eigene Blut zu drücken. Die Borrelien brauchen lt. SWR-Bericht 12-24 Stun­den vom Zecken­darm in die Blut­bahn des Men­schen. In Blick auf eine Infek­tion bleibt ausrei­chend Zeit die Zecke zu ent­fer­nen, also kein Grund sich und die Zecke zu stressen.

Mein Fazit für Jakobswegpilger: 

Nach der Tagesetappe vor dem Duschen den eigenen Körper und die getra­gene Wäsche in aller Ruhe nach Zecken absu­chen. Findet man eine Zecke am Körper, diese mit einer Zecken­karte acht­sam ent­fer­­nen. Die Zecke bitte nicht in der Dusche „ablegen“, son­dern bspw. in einem Blatt Toi­let­ten­papier zerquet­schen und (erst dann!) über das WC weg­spü­len.

Eine Zecken­karte ist leicht und passt problem­los neben die EC- oder Kredit­karte. Käuf­lich zu erwer­ben ist sie in der Apotheke.

 

Borreliose – Die Krankheit

„Die Borreliose gilt als Chamä­leon unter den Krank­hei­ten. Sie wirkt zunächst wie eine Grippe, äußert sich im wei­te­ren Verlauf durch eine Viel­zahl von Symp­tomen und kann auch erst Jahre nach der Infek­tion mit den auslö­sen­den Erre­gern merk­lich ausbre­chen. Diese unter­schied­lichen Verläufe und teil­weise langen Inku­ba­tions­zeiten erschwe­ren eine Diagnose – und damit auch eine effek­tive Therapie. Doch wie kann eine Borre­liose über­haupt dia­gnos­tiziert werden und wie können Sie als Laie die Krank­heit am Verlauf erkennen?“  (Quelle: Zarenga GmbH)

Weitere Infos findest Du bei Wikipedia und auf der Themenseite der Stiftung Warentest vom 11. Mai 2017.