Jakobusfreunde arbeiten an Musical

Rheinhessen:  St. Jakobus­gesell­schaft arbeitet an Musical. Sie haben sich auf den Weg gemacht. Auf den Weg, eine ganze Region in einem beson­deren Projekt zu einen.

Vom Geheimnis des Lebens
Allgemeine Zeitung Rhein Main Presse: ‚Vom Geheimnis des Lebens‘ am 10.10.2017

Die Regio­­nal­gruppe der St. Jakobus­gesell­schaft Rhein­land-Pfalz/Saar­land e.V. will Ende des Monats in zwei markan­ten Gottes­häu­sern der Region ein Musical auf die Bühne brin­gen, das den Jakobs­weg und das Pilgern nach Santiago in den Mittel­punkt rückt.

Dafür fin­den sich in den Proben, die abwech­selnd in Framers­heim und Appen­heim statt­fin­den, Sänger aus ganz Rhein­hessen zusam­men. Eine Premiere ist es nicht, dieses Chor­projekt, eher eine Fort­set­zung des erfolg­reichen ersten Auftritts im Jubiläums­jahr der Region.

Aufführungen

Am Sonntag, 22. Oktober, geht es in der Alzeyer Niko­lai­kirche um 18 Uhr los, am Sonn­tag, 29. Okto­ber eben­falls um 18 Uhr in St. Stephan in Mainz. Der Eintritt zu bei­den Abenden ist frei. Es wird aber um Spen­den gebeten. Sie gehen zu Teilen an den Verein zur För­de­rung der see­li­schen Gesund­heit von Kindern und Jugend­lichen in Alzey, sowie an den Förder­verein für Tumor- und Leu­kä­mie­kranke Kinder e.V. in Mainz.

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Auf dem Weg zu Gott

PILGERREISE.

Koblenzerin begeg­net auf dem Weg zu Gott vie­len Menschen

Braun gebrannt und lebensfroh sitzt Claudia Schilde auf der Ter­ras­se ihres Hauses an der Mosel. Die Aus­sicht auf den Fluss bedeu­tet ihr viel: Seit sie ein Kind war, hat sie den Schif­fen zuge­wun­ken und gehofft, dass eines sie mit­nimmt. Mit 60 Jah­ren hat sie nun ihrem Fern­weh nach­ge­geben und ist den Jakobs­weg bis zum Wall­fahrts­ort Santiago de Compo­stela in Spanien gegangen.

Zu Fuß von Koblenz nach Galicien: Auf ihrem lan­gen Weg hat Claudia Schilde unzäh­lige Ein­drü­cke gesam­melt – und viele berei­chern­de Begeg­nun­gen mit Men­schen wer­den ihr in Erin­ne­rung bleiben.  (Foto:  privat)

„Ich hatte lange geplant, mit 60 einen neuen Lebens­­ab­­schnitt zu begin­nen“, erzählt Claudia Schilde. Und die­sen hat sie auf außer­ge­wöhn­liche Weise betre­ten. Sie kün­digte ihren Job als Leh­re­rin, da ein Sabbat­jahr für sie nicht mög­lich war, und mach­te sich auf den Weg zu Gott. Die gläu­bige Chris­tin nimmt das Pilgern ernst. Manche Men­schen sehen es als ambi­tio­nier­te Fern­wan­derung oder als Aus­bruch aus einer Krise an. Für Schilde war der Weg eindeu­tig ein spiri­tueller. „Ich wollte meine Bezieh­ung zu Gott vertie­fen“, erzählt sie einen Monat nach ihrer Rück­kehr. Nach dem Verständ­nis des frühen Mittel­alters bedeutet Pilgern die Mög­lich­keit einer spiri­tuellen Einkehr. Dazu hatte Schilde im All­tag mit Beruf und Familie wenig Zeit.

Die Zeit, die sie brauchte, nahm sie sich dieses Jahr: vier Monate lang, 2.450 Kilo­meter durch halb Europa. Am 2. Mai machte sie den ersten Schritt von ihrer Haus­tür aus in Rich­tung Trier. Durch­schnitt­lich ging Claudia Schilde fast 30 Kilo­meter pro Tag in gemäch­lichem Tempo. Sie musste vom All­tags­leben um­schal­ten, doch das ist nicht so einfach: „Den Pilger­modus, wie ich ihn nenne, kann man nicht in drei Wochen inne­haben“, erzählt sie schmun­zelnd. Erst zum Pfingst­fest im fran­zö­sischen Wall­fahrts­ort Vézelay hatte sie sich an ihre neue Situation gewöhnt.

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Wunsch nach Normalität

PILGERREISE. Nadine Böttcher hat 215 Kilo­meter auf dem Jakobs­weg zurück­ge­legt. Warum dies eine enorme Leis­tung der gebür­tigen Bernbur­gerin gewesen ist.

Als Nadine Böttcher am 27. März die Kathe­drale von Santiago de Compo­stela erreichte, schossen ihr keine großen Gedan­ken durch den Kopf. „Ich war einfach nur platt. Auf dem Jakobs­weg habe ich gar nicht über das Ankom­men nach­ge­dacht, son­dern über mein Leben an sich. Erst später auf dem Platz habe ich reali­siert, dass ich es geschafft habe“, erzählt die gebür­tige Bern­bur­gerin. Dabei liefen auch ein paar Tränen die Wan­gen der 29-Jäh­rigen entlang.

Nadine Böttcher vor einer Säule kurz vor dem Zielort des Jakobsweges in Santiago de Compostela (Foto:  Nadine Böttcher)

Dass Nadine Böttcher die 215 Kilo­meter von Ponfer­rada nach Santiago de Compo­stela per Fuß zurück­gelegt hat, ist keine Selbst­ver­ständ­lich­keit gewe­sen. Denn die junge Frau besitzt ein Handi­cap in Form einer Gehbehin­derung.

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Ein Artikel macht die Runde

Bin ich übermüdet? Habe ich viel­leicht zu wenig getrun­ken? Spielt mir meine Wahr­neh­mung einen Streich?

Saint-Jean-Pied-de-Port . Auf dem Jakobsweg

Jetzt stolpere ich zum x-ten Mal über diesen Artikel. Immer derselbe Text (oft wortwörtlich) – nur ande­re Zeitung. Da scheint der Schrei­ber sei­nen Arti­kel erfolg­reich vermark­tet zu haben. Ob er wohl auch selbst gepil­gert oder auf ei­nem kom­plet­ten Camino zu Fuß unter­wegs gewe­sen ist?

Vermutlich eher nicht. Seine Ausfüh­rungen sind sehr allge­mein. Ich frage mich: soll ich mich nun über einen sol­chen Artikel ärgern? Hält er Interes­sierte von ihrem ersten Weg ab? Das wäre für jene wirk­lich schade. Auf der ande­ren Seite: soll ich mich freuen, dass eine solche Presse und die daraus fol­gende Stim­mung die Pilger­zahlen senkt? Auch das wird nicht pas­sie­ren. Viel­leicht aber ändert sich das Publi­kum auf den Wegen? Ich hoffe nicht.

Das lesen wir

Freuen würde ich mich, in den Foren ganz viele neue Bei­träge über die guten Erfah­run­gen zu finden. Gerne lese ich Posts von Men­schen, die in weni­gen Sätzen von Erleb­nissen berich­ten, die sie unter­wegs gemacht haben – was sie berührt hat und viel­leicht auch nach­hal­tig geprägt. Viel lieber lese ich von tol­len Begeg­nun­gen und … und … und … ich freue mich über Fotos und die persön­lichen Geschich­ten dazu. Schön, dass ich die auch neben Themen wie ‚Bett­wan­zen‘ und ‚Kampf um einen Schlaf­platz‘ im Netz finde.

Das macht mir Mut …

Meine Oma pflegte immer zu sagen: ’nichts wird so heiß geges­sen, wie es gekocht wird‘. Beruhi­gend. Der Hype mit den hoch­ge­koch­ten Themen in den Medien wird sich auch wieder abküh­len. Dann ist wieder Zeit um zu Essen.

Was ich eigent­lich sagen will: ‚Don’t be afraid‘!  Lasst Euch nicht bange machen. Du, der das erste Mal auf den Jakobs­weg gehen willst: Lass dich nicht abhal­ten. Mach deine eige­nen Erfah­run­gen. Der Weg zeigt dir auch künftig seine Schönheit und Geheim­nisse, so wie Du bereit bist, offen für Neues zu sein.

Ich wünsche allen weiterhin viel Freude, jederzeit einen guten Weg. Buen camino. Ultreja! LG aus Bremen.

Euer 

Fred
Nachgeschoben:

Ein Artikel macht Stimmung. Es geht mir nicht darum, was darin geschrieben steht. Der überwiegende Teil der enthaltenen Fakten sind Realität. Vielmehr be­schäf­tigt mich dessen Wirkung. Gelesen wird der Artikel einmal, vielleicht auch nur die Headline. Letzteres gilt zumindest für die Wahr­neh­mung der dann folgenden Artikel. Aus diesem Grunde habe ich auch lange überlegt, diesen Beitrag zu posten. Mich letztendlich aber dafür entschieden, um deutlich zu machen .. in Wirklichkeit handelt es sich nur um einen Bericht – er begeg­net uns eben nur in zahlreichen verschiedenen Medien.  

Als Leser erhalte ich schnell den Ein­druck, die Welt habe sich verän­dert. Letzt­end­lich ist es primär aber nur ein Beitrag und in allen Publikationen nur die Sicht­weise eines ein­zel­nen Schrei­bers. Ist der Jakobs­weg wirk­lich so über­lau­fen? Ich höre und lese von Pil­gern auch ganz andere aktuelle Erfah­run­gen vom Weg. Wäh­rend der Som­mer­mo­na­te war schon immer mehr los. Im August, der Haupt­reise­zeit der Spanier, fül­len sich Her­ber­gen und Unter­künfte verständ­licher­weise.

Wie ist das, wenn ich im Biergarten oder auf der Garten­ter­ras­se meines Lieb­lings­­lokals an ei­nem hoch­som­mer­lichen Abend einen Platz suche?

Natürlich werden die Wege auf den letzten 100 Kilo­metern vor und bis Santiago de Compo­stela mehr bevöl­kert sein als die Wege zuvor und an ande­ren Orten. Und ja, das Interes­se um die Jakobs­wege in Spanien und Europa ist ein ande­res als vor Jahren. Die Zeiten ändern sich. Fragen wir uns doch, was wir damit anfangen wollen. Oder?

 

Um diesen Artikel geht es:

Hier der besagte Zeitungs­artikel von Ralph Schulze, erschie­nen am 15.8.2017 im GENERAL-ANZEI­GER BONN unter dem Titel ‚Völker­wan­de­rung auf dem Jakobs­weg‘ und WESER-KU­RIER BRE­MEN unter dem Titel ‚Ausge­tre­tener Pfad‘, am 18.8.2017 in den SALZ­BURGER NACH­RICH­TEN und in DIE PRESSE unter dem Titel ‚Pilger­stau am Jakobs­weg‘, am 21.8.2017 in der BER­LINER MORGEN­POST, HAM­BUR­GER ABEND­BLATT, IKZ, BRAUN­SCHWEI­GER ZEI­TUNG, WOLFS­BUR­GER NACH­RICH­TEN und NRZ unter dem Titel ‚Große Zahl der Pilger sorgt für Ärger entlang des Jakobs­wegs‘.

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Donald Trump auf dem Jakobsweg

Wäre das vorstellbar?

Donald Trump (USA) und Kim Jong-un (Nord­korea) gemein­sam auf dem Pilger­weg. Ein inter­es­san­tes Gedan­ken­spiel, das Lissy Eichert ges­tern Abend for­mu­liert hat. In ihrem Beitrag fin­den wir durch­aus für Pilger bekann­te Sicht­weisen und Blick­winkel. Ich ver­ste­he den Jakobs­weg schon län­ger als ein Mittel zur Förde­rung von Verstän­digung und mehr Tolle­ranz – und somit auch als einen klei­nen Beitrag für mehr Frieden in unse­rer Welt. Das Wort zum Sonntag.   Klick mal an!

klick mit der linken Maustaste auf das Foto        (Quelle:   ARD – Das Wort zum Sonntag  /  Thema: ‚Terror und Hoffnung‘  von Lissy Eichert – 19. August 2017)

Das Wort zum Sonntag.  Wohl jeder kennt den Titel des wöchent­lichen Fern­seh­bei­trags in der ARD. Die vier­minütige Sen­dung ist eine Insti­tution, seit ich denken kann.

Ich lese bei Wikipedia dazu:  ‚Das Wort zum Sonn­tag ist eine der ältes­ten Fern­seh­reihen der ARD und nach der Tages­schau die zweit­älteste Sen­dung des Deut­schen Fernsehens‘.

Mit dem gestrigen Beitrag von Lissy Eichert über ‚Terror und Hoffnung‘ wurde ich nach langer Zeit wieder einmal aufmerk­sam auf die­ses Sende­format. Wenn gleich ich einige Sätze anders formu­lieren würde, so trifft der Kern ihres Bei­trags meine Haltung – und vermut­lich auch die vieler Men­schen, die sich auf einen Pilger­weg wie den Jakobs­weg begeben. Neh­men wir doch unsere Erfah­rungen vom Weg mit in unseren Alltag.

Ich wünsche uns allen jederzeit einen guten Weg. Buen Camino.

Liebe Grüße aus Bremen.

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Wandern zu sich selbst

Berlin. Jochen Purps ist ein gläu­biger und natur­ver­bun­dener Mann. Da liegt es nahe, dass der 53-Jäh­rige aus dem bran­den­bur­gischen Bad Wils­nack gern pilgert – zumal die soge­nannte Wunder­blut­kirche in sei­nem Heimat­ort selbst ein bedeu­tender Wall­fahrts­ort war.

Einige suchen beim Pilgern neue Begeg­nun­gen mit Gott, andere innere Einkehr oder eine kör­per­liche Heraus­forderung.   (Foto:  Armin Weigel, dpa)

„Ich merke dann, dass ich zwei Füße habe und auf sie vertrauen kann“, schildert der Förster seine Moti­vation. „Es ist erfül­lend, Wege zu gehen, die weit und lang sind und unbe­kannt. Ich kann dort selbst mit Gott sprechen.“

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Pilgern – eine neue Identität auf Zeit

Pilgern. Was ist das? Was bringt es einem? Wo pilgert man und wie lang muss die Strecke sein? Die Liste der Fragen könnte belie­big verlän­gert werden.

Antworten darauf gaben die Frauen und Männer, die am Mittwoch­abend auf Einla­dung der Kirchen­gemeinde Vilsen in die Kultur­scheune gekom­men waren. Die Mehr­zahl von ihnen könnte man geübte Pilger nennen. Ein Kirch­weyher war da, der wohl die längste Strecke bewäl­tigte: von Fulda nach Santiago de Compo­stela. Das sind 3.000 Kilo­meter. Aber ein paar Damen wollten auch hören, ob man es sich zutrauen soll, das Pilgern. Welche Erfah­rungen haben die anderen gemacht?

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