Emin’s erster Jakobsweg

Wie bin ich zum Jakobsweg gekommen? Was haben Sport und Jakobs­weg gemein­sam? Oder – gibt es darin über­haupt Gemein­sam­keiten? Warum gehen Men­schen den Jakobs­weg? Warum ich?

„Martin ist Schuld!“

Durch meinen Freund bin ich auf den Jakobs­weg auf­merk­sam gewor­den. Immer wieder hat er davon erzählt. Wir haben gemein­sam Filme geschaut. Wenn er von einem seiner Wege zurück kam habe ich die Bilder gesehen, die Geschich­ten gehört. Wir sind dann an Wochen­enden für einen Tag auf dem Bremer Jakobs­weg gemein­sam unter­wegs gewesen. Die Verlang­­sa­mung, das Einkeh­ren, die Natur bewusst wahr zu nehmen .. all das hat mich neu­gie­rig gemacht. Irgend­wann war mir klar, ich möchte auch .. einmal einen solchen Weg gehen. Es blieb eigentlich nur eine Frage: „wann?“

Jetzt im Sep­tem­ber war es so weit. Vom Ruck­sack packen bis Ticket buchen er­hielt ich eine gute Unter­stüt­zung. Vor Wochen hatten wir gemein­sam die rich­tigen Schuhe ausge­sucht und ein­ge­laufen. Nun sollte mich nichts mehr davon abhal­ten können. Wenn­gleich der Gedanke ‚einen Ruck­sack zu tragen‘ schon ein komi­sches Gefühl ist. War es dann aber über­haupt nicht. Wir trafen uns in Porto am Flug­hafen. All meine Auf­re­gung hat sich (auf)ge­löst. Ich wusste, ich kann mich auf die Erfah­rung meines Freundes verlassen.

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Mein erstes Mal

Seit vielen Jahren bin ich mit Karola befreun­det. Heute hat Karola mir einen tollen Brief geschickt. Wer mit dem Gedan­ken spielt, sich auf den Jakobs­weg zu begeben, sich aber vielleicht damit noch etwas schwer tut – sollte diesen Brief unbedingt lesen. Viel Freude. Euer Fred.

Karola

Wie alles begann

« Lange schon hatte er mir davon vorge­schwärmt, der Freund. Wie toll das sei, so vor sich hin zu wandern. Die Aussichten! Und die vielen guten Begeg­nungen!  Guck mal – hier die schönen Bilder vom Camino.  Jaja, alles schön. Aber selbst laufen?  Ach nee … „Mein erstes Mal“ weiterlesen

Ich habe nur 5-6 Tage Zeit

Sandra schreibt am 24.2.2016:   „Mein Sohn und ich (25 & 48) planen im Oktober einen Teil vom Jakobsweg. Plan ist evtl. Spanien den Küstenweg ca. 5/6 Tage zu wandern. Sollte von Deutschland aus gut zu erreichen sein (Start/Ziel). Welche Etappe könnt ihr uns empfehlen? Wir haben schon sooo viel gelesen und werden immer unschlüssiger …  Freue mich über Tipps. Sandra.

Hallo Sandra. Vorab:  ich finde es toll, dass Du und dein Sohn sich gemeinsam auf den Weg machen. Super! Bei 5-6 Tagen bietet sich erfahrungsgemäß nicht so ganz viel an, da die An- und Rückreise proportional viel Zeit einnimmt. „Ich habe nur 5-6 Tage Zeit“ weiterlesen

Fragen zum «Caminho Portugues»

Bernd fragt am 18.2.2016:   „Hallo – ist von euch schon jemand den Caminho Português von Porto nach Santiago gegan­gen – habt ihr da Erfah­rungen? Wie ist es mit den Herber­gen etc … Wie lange würdet ihr da Zeit einpla­nen? liebe Grüße Bernd“.

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Jakobsweg in Portugal-Spanien / «Caminho Portugues» – von Porto nach Santiago-de-Compostela (ca. 235 km)

Jakobsweg in Portugal und Spanien – August/September 2008
Caminho Portugues (ca. 235 km)

Caminho Portugues – Der portugiesische Jakobsweg beginnt in Lissabon bzw. Porto, und führt an der portugiesisch-spanischen Grenze über Tui nach Santiago de Compostela.

«Von Porto nach Santiago de Comp­ostela. Inner­­halb nur weni­ger Jahre hat sich der Caminho Portugues zu ei­nem der be­lieb­­tes­ten Jakobs­­wege Spaniens und Por­tu­gal ent­­wickelt – und das nicht ohne Grund, denn der ab­­wechs­lungs­­reiche Weg führt den Pilger durch reiz­­volle Dörf­­chen, kühle Wäl­der, lieb­­liche Wein­­lau­ben, Meeres­­buch­ten und zu be­deu­­ten­­den Sehens­­würdig­­kei­ten.

Auf dem Weg be­geg­­net man so nicht nur der Ge­schich­­te der Pilger­­reise nach Santiago, son­dern gemäß der Legen­de sogar den Spu­ren des Wir­kens des Apostels Jakobus selbst.

Wer Portugal und Galicien mit ihren freund­­lichen Men­­schen einmal fern von touris­­tischem Rummel und über­­füll­ten Pilger­­wegen ken­nenler­nen will, ist hier genau auf dem rich­­tigen Weg. In den ver­­gan­­ge­nen Jahren war diese Route vor allem bei Spaniern und Por­tu­­giesen ein In­sider­­tipp.

Seit­dem während der letzten Jahre der Weg ab der berühm­­ten Stadt Porto markiert wurde und es in der Zwischen­­zeit sehr gün­stige Flug­­ver­­bin­­dun­gen nach Porto und Santiago gibt, wird der Weg auch zu­­neh­­mend von Pil­gern aus dem Aus­­land ent­­deckt. Wegen seiner leicht be­geh­­baren und gut mar­kier­­ten Wege­­führung ist er ein Jakobs­­weg, der auch be­son­­ders für An­fän­­ger und Lust­­wan­­de­­rer zu empfeh­­len ist.»

um bom caminho

*) Quelle:  OUTDOOR – Der Weg ist das Ziel, Band 185 von Raimund Joos,
erschienen im Conrad Stein Verlag,

►    Fotos / Diashow
vom Caminho Portugues
aus August/September 2008

Pilgern fernab der Massen

Quelle:    Artikel von Manuel Meyer   |  erschienen in der Nordwest-Zeitung am 27.7.2010

Portugal. Der Caminho Portugues. Jakobsweg von «Porto» nach «Santiago de Compostela»

Der Caminho Portugues gehört land­schaft­lich und kultu­rell zu den schön­sten Jakobs­wegen. Die 235 Kilo­meter sind be­quem in zehn Tagen zu schaffen.

Artikel von Manuel Meyer, erschienen in der Nordwest-Zeitung am 27.7.2010

Der Jakobsweg nach Santiago de Compostela ist so beliebt wie lange nicht mehr. In die­sem Jahr er­war­tet der spa­ni­sche Wall­fahrt­sort sogar einen histo­ri­schen Pilger­rekord mit 240.000 Wan­de­rern und zehn Mil­lio­nen Besu­chern. Denn 2010 feiert Santiago eines der hei­ligen Jakobs­jahre. Das Xacobeo findet nur dann statt, wenn der Todes­tag des Apostels Jakob, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt. Nach 2010 ist es erst im Jahr 2021 wieder so weit. Wer in diesem Jahr den Pilger­mas­sen auf dem fran­zö­si­schen Weg, der popu­lär­sten aller Routen nach Santiago, entge­hen möchte, findet im portu­gie­sischen Jakobs­weg eine attrak­tive Alter­native.

Der Caminho Portugues durch den grünen Norden Portu­gals und ent­lang der spa­ni­schen Atlantik­küste gehört land­schaft­lich wie kulturell zu den schön­sten Jakobs­wegen und beginnt in Porto. In den Alt­stadt­gassen – seit 1996 Welt­kultur­erbe – verstrahlt der bröckelnde Putz der alten Häuser­fassa­den viel Charme. Auch die pracht­vollen barocken Kir­chen wie die Capela das Almas oder die Igreja de Sao Francisco ver­zau­bern. Empfeh­lens­wert ist der Auf­stieg auf den 75 Meter hohen Turm der Kirche Igreja e Torre dos Clerigos. Von dort hat man einen herr­lichen Blick auf die Alt­stadt und den Douro-Fluss.

Der Abschied von Porto fällt nicht leicht, doch bereits kurz hinter Rates taucht der Wan­de­rer am zweiten Tag in Portugals Wein­anbau­gebiet ein. Viel­be­fahrene Land­straßen blei­ben dem Pilger meist erspart. Die Tages­etap­pen sind leicht und relativ kurz.

Viele Pilger bevorzugen die portu­gie­sische Route auch deshalb, weil die 235 Kilo­meter bequem in zehn Tagen zu schaffen sind. So bleibt immer Zeit, in dem einen oder anderen Ort zu verwei­len. Besonders lohnt sich deer Auf­ent­halt in Barcelos mit seinem landes­weit bekannten Markt. Direkt am Orts­ein­gang erhebt sich die wuchtige Kapelle de Nossa Senhora da Ponte.

Alte Römerbrücke

Weiter geht es nach Ponte de Lima, einem der Höhe­punkte die­ses Jakobs­weges. Das 3000-­Seelen-­Dorf gehört zu den äl­tes­ten und schön­sten Ort­schaf­ten Portugals und ist wegen seiner alten Römer­brücke bekannt. Hinter Ponte de Lima beginnt der schön­ste Ab­schnitt des Weges. Vorbei an Rubiaes führt der Weg etliche Kilo­meter durch idyl­lische Wein­reben und dichte Pinien­wälder ein. Weiter geht es bis Valenca und über die Inter­na­tio­nale Brücke ins spanische Tui hinüber. Über O Porrino und Mos erreicht der Pilger schließlich Redondela mit seinen Via­duk­ten an der Bucht von Vigo. Auf dem Weg nach Pontevedra säumen Cruceiros, die Jakobs­weg­kreuze, und Horreros, die typisch gali­cischen Korn­spei­cher, den Weg.

Über Caldas de Reis mit seinen heißen Thermal­quelle führt der por­tu­gie­sische Jakobs­weg nach Padron. Hier landete der Legen­de nach das Schiff mit dem Leich­nam des Hei­ligen Jakobus. Mit einem Ochsen­karren sollen die sterb­lichen Über­reste dann nach Santiago gebracht worden sein. Die Route führt nun durch Mais­felder, hüge­lige Wein­berge und dunkle Pinien­wälder bis der end­lich vor der mäch­tigen Wall­fahrts­kathe­drale von Santiago de Compostela steht – ein über­wäl­ti­gen­des Gefühl.

Reise-Information in Kürze:

Ziel:  Der Weg ist 235 Kilometer lang und ver­läuft von Porto parallel zur Atlantik­küste bis in den gali­ci­schen Wall­fahrts­ort Santiago de Compostela im Nord­wes­ten Spaniens.

Anreise:  Iberia, TAP, Lufthansa, Air Berlin, Ryanair oder Easyjet fliegen von meh­re­ren deut­schen Flug­häfen nach Porto und von Santiago de Compostela zurück.

FredAnmerkung von Fred:
Ryanair fliegt inzwischen direkt
von Bremen nach Porto!

Reisezeit:  Grundsätzlich ist die Route ganzjährig geeignet. Wer die Sommer­hitze meiden will, wandert am besten in den Mo­na­ten von April bis Ende Juni oder Sep­tem­ber bis November.

Informationen:

►  ­ Portugiesisches Fremdenverkehrsamt
Tel. 01805/004930
http://www.visitportugal.com
► ­­  Spanisches Fremdenverkehrsamt
Tel. 069/725038
http://www.spain.info
► ­­  Jakobsjahr und Pilgerwege unter:
http://www.xacobeo.es
http://www.fundacionbarrie.org

► ­­  Fotos vom Caminho Portugues

  • Der Artikel von Manuel Meyer erschien in der Nordwest-Zeitung am 27.7.2010, meine Fotos stammen aus dem Jahre 2008 –