Hauptreisezeit August

Jörg schrieb am 14 August 2017:   „Ein kleines Update vom Camino Norte, Höhe La Isla/ Asturien. Die Herber­gen sind ziem­lich voll, Reser­vie­rungen einen Tag im Voraus sinn­voll. Fast 80 Prozent der Pilger hier haben Ruck­säcke von Quecha/ Decathlon (soviel zur Diskus­sion über den „rich­tigen“ Rucksack …).“

Warten auf den Hospi­talero. Eine Herberge auf dem „Camino del Norte“ im August 2009. Na, wer weiß, wo das ist?   (Foto:  Martin)

Hallo Jörg, hallo liebe Pilgergemeinde.

Es ist August, die Haupt­reise­zeit der Spanier! Neben­bei bemerkt, deshalb auch der hohe Anteil an Quecha Rucksäcken. Das ändert sich ab Mitte September.

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von Kleidung, Schuhen und dem Wetter

Kathi fragt am 26.7.2017:   „Hallo zusam­men! Mich hat das Camino­fieber gepackt 🙂 Bin im Mai den Camino Frances gegan­gen und jetzt will ich im August/Sep­tember den Küsten­weg gehen. Hat jemand von euch Erfah­rung mit dem Küsten­weg? Was wird mich (Tempe­ra­tur­mäßig) erwar­ten?! Wetter? Regen? Kann ich meinen Pilger­aus­weis gleich weiter ver­wenden oder brauche ich einen neuen? Freue mich auf einen regen Aus­tausch!! 🙂  ..  wie sieht’s mit Alber­guen aus?! Sind wahr­schein­lich nicht ganz so häufig wie am Frances aber oft genug zu finden, oder?! Ich will ohne Zelt auskom­men ..  ich möchte da eh spon­tan sein und bleiben! Werd mir das Out­door­buch schon mit­neh­men, aber net mehr!“

Bilder und Eindrücke vom „Camino del Norte“, der Küsten-Jakobsweg an Spaniens Nordküste

Hallo Kathi.   Der Camino de la Costa (Camino del Norte) ist ein wunder­barer Weg. Eine tolle Entschei­dung. Von wo möch­test Du deinen Weg starten? Ab Irun? Bilbao? Santan­der? Wie viel Zeit hast Du? Soll es der Weg bis nach Santiago werden? Oder ein Teilstück?

Der August ist Haupt­reise­zeit der Spanier

Folglich sind auch auf diesem Weg mehr Pilger unter­wegs als zu ande­ren Zeiten. Das ist aber über­haupt KEIN PROBLEM ! Denn auf dem Küsten­weg gibt es wäh­rend der Sommer­monate zusätz­liche Pilger-/Not­unter­künfte (bspw. in Sport­hallen). Einen Pilger­führer mit­zu­nehmen macht in meinen Augen Sinn (bspw. Outdoor od. Rother). Schon allein, um Weg­ver­lauf und Ent­fer­nun­gen abschät­zen zu können. Alter­native für Geübte mit Smart­phone ist bspw. GRONZE.com  (siehe auch unten).

Credencial del Peregrino

Solltest Du noch viel freien Platz in deinem Creden­cial haben, kannst Du selbst­ver­ständ­lich dieses weiter nutzen. Soll­test Du auf dei­nem letz­ten Weg schon in Santiago ange­kom­men sein, empfinde ich per­sön­lich es schön, in einem neuen Pilger­pass den neuen Weg zu doku­men­tieren. Ich erin­nere mich gerne an meine einzel­nen Wege, und das ist anhand des Creden­cial eine schöne Sache. Also auch hier gilt: mach es, wie Du es magst.

Regen macht mich nicht nass!

Ein Regenponcho macht Sinn. Wenn­gleich es durch­aus sein kann, dass Du ihn nur sel­ten benö­tigst. Mitneh­men ist jedoch mind. bei einem mehr­wö­chigen Trip Pflicht. Denn einmal bis auf die Haut nass geworden min­dert den Spaß am Pil­gern erheblich.

Wie wird das Wetter?

Ein leidliches Thema. Wie wird das Wetter am 15. August sein? Oder wann wird es wieder schneien? Ich weiß es nicht. Smile. Ten­den­ziell ist es im August/Sep­tem­ber an Nord­spa­niens Küste som­mer­lich warm. Es mag mal Wolken- und Regen­felder geben, die dann häufig aber durch den Küsten­wind auch schnell wieder verscho­­ben werden können. Jedoch, – das Wetter spielt verrückt. So wie es momen­tan in Süd­eu­ropa kochend heiß ist, in Tei­len Deutsch­lands der­zeit Bäche über die Ufer treten und Innen­städte in kleine Seen­land­schaften verwandeln  …  wer weiß, wie das Wetter sein wird?

Kleidung

Bei der Kleidung ist eigentlich immer Zwiebeltechnik und Mehr­fach-Nutzen gefragt. Ich würde mich vermut­lich auf som­mer­lich einstel­len, Regen­poncho, ggf. ultra­leichte Gama­schen, Wachs für Leder­schuhe, Son­nen­­hut, ein Fleece od. besser Weste mit Arm­lingen, eine Zipp­hose und Iso­matte einpacken.

Richtig ist:   während und nach einer Reise weiß man es immer besser.

Schuhwerk

Ich habe während der warmen Monate im Jahr bessere Erfah­rungen mit Voll-Leder­schuhen (HanWag Canyon II od. ähnl. halb­hohe Leicht­wan­der­stiefel). Diese sind gewachst/ge­fet­tet regen­taug­lich. Stiefel mit GoreTex-Mem­brane sind eher etwas für die kalte Jahres­zeit. Der Grund:  damit GoreTex funk­tion­ieren kann (Abgabe von Wärme und Feuch­tig­keit aus dem Schuh nach außen) ist ein größe­rer Tempe­ratur­unter­schied erfor­der­lich. Der Unter­schied von Schuh­innen- zu Außen­temp­eratur im som­mer­lichen Spanien reicht in der Regel dafür nicht.

Folge:  die Feuchtig­keit bleibt im Stiefel und weicht die Haut am Fuß auf, welches die Blasen­bildung begünstigt. Aber diesbezüglich gilt wie bei fast allen Fragen zum Pilgern und Lebens­lagen:  „frage zwei Weise und Du erhältst drei Antworten“.

Am besten ist es immer, man entschei­det sich und probiert es aus.

Auch eine Erfahrung:

Je älter man wird, desto mehr Gedanken macht man sich über die Dinge. Warum? Hat man doch gesehen, gehört und viel­leicht auch erlebt, was alles pas­sie­ren könnte.  Wahr ist aber auch:  nicht alles passiert (wieder) und vor allem nicht (immer) mir.

Also mache ich es oft und gerne den jungen Menschen gleich: einfach auspro­bieren – oder wie wir Alten sagen: einfach mal leben.

Und noch eine Erfahrung:

Egal was unterwegs auch passieren mag, es ging bisher immer weiter – und am Ende war immer alles gut. Ich habe gelernt, dass es auf dem Jakobs­weg immer einen Ausweg gab, auch wenn eine Situation einen Augen­blick lang völlig aussichts­los schien. Wichtig war und ist die Bereit­schaft, eine Lösung als solche zu erken­nen und auch einmal um Hilfe zu bitten und diese anzunehmen.

Diese Zuversicht ist das Geschenk, das ich von meinen zahl­rei­chen Wegen mitge­bracht und in meinen Alltag übernom­men habe.

In diesem Sinne, liebe Kathi. Du hast bereits auf dem Camino Francés deine Erfah­rungen gemacht. Diese kannst Du nun auf dem vor Dir liegen­den Weg nutzen und ergänzen. Viel Freude auf deinem Weg.

Buen Camino. LG aus Bremen.

 

Informationen, Kartenmaterial, Entfernungsangaben, Höhenprofil und Unterkunftslisten zum „Camino del Norte“ findet Ihr auf der Webseite des spanischen Anbieters gronze.com

 

San Salvador oder Vasco del Interior?

Iris fragt: „Lohnt sich der San Salvador? Wie ist er so? Ich kann mich nicht ent­schei­den zwi­schen San Sal­va­dor und Vasco.“

Hallo Iris. Der San Sal­va­dor und der Camino Vasco del Interior sind zwei unter­schied­liche Wege mit sehr unter­schied­lichen Stärken.
salvador

Zwei Wege im Norden Spaniens

Es beginnt mit der Entfer­nung (San Salvador ca. 120 km, Interior über San Sebastian u. den Weg der Trans­hu­manz ca. 235 km), mehr Höhen­meter „San Salvador oder Vasco del Interior?“ weiterlesen

von Bilbao über Oviedo auf den «Camino Primitivo»

Ina fragt am 22.2.2016:   „Wie gut ist der Camino Primitivo ausge­baut bzgl. Pilger­her­bergen? Ich möchte in Bilbao starten.“

Hallo Ina.  Vorweg:  die Versorgung mit Pilger­her­bergen auf dem «Camino Primitivo» ist als lücken­los, sogar als hervor­ra­gend zu bezeich­nen. Wie Volkmar dir bereits geschrie­ben hat, für den Weg benö­tigst Du keinen (aktuellen) Pilger­führer. „von Bilbao über Oviedo auf den «Camino Primitivo»“ weiterlesen

Fernwander- statt Jakobsweg, GR34 (Irun-San Sebastian)

Lisa schreibt am 18.2.2016:   „San Sebastian – Muxia – Finisterre und natürlich Santiago … da bleibe ich noch drei Nächte … Lisa“

Hallo Lisa. Du scheinst ausreichend Zeit zu haben. Daher solltest Du keinesfalls auf die Tagesetappe von «Irun/Hendaye» nach «San Sebastian (im baskischen: Donostia)» verzichten. Je nach Wetterlage kann das eine der schönsten Tagesetappen des gesamten Küstenweges werden. „Fernwander- statt Jakobsweg, GR34 (Irun-San Sebastian)“ weiterlesen

Pilgern in Spanien. Im August?

Sarah fragt am 18.2.2016:   „…  was wir uns nun noch fragen ist, wie es sein kann, dass im Juli August die meisten Pilger unterwegs sind, wenn es dann in Spanien doch so heiß ist. Hat jemand Erfahrung wie es ist im Sommer Teile des Jakobwegs zu laufen in Spanien? Wir hätten Anfangs bis Mitte August Zeit, machen uns aber noch etwas Sorgen wegen der möglichen Hitze dort … Habt ihr Erfahrungen?“

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UNESCO Weltkulturerbe

Jakobswege im Norden
Die nördlichen Jakobswege – jetzt Weltkulturerbe der UNESCO

Diese Anerkennung umfasst die bei­den Rou­ten, die das Basken­­land durch­­que­­ren: den Küsten­­weg und den Weg durch das Landes­innere.  Das Welt­­erbe­­komi­tee der UNESCO beschloss bei sei­ner Tagung im deut­schen Bonn, die nörd­­lichen Jakobs­­wege auf der ibe­­ri­­schen Halb­­insel in die Liste der Welt­­kul­­tur­­erben auf­­zunehmen.

Die bekannteste Route des Jakobswegs ist zwar der soge­nan­n­te ‚franzö­­si­sche Weg‘, der bereits 1993 von der Unesco als Welt­­kul­tur­erbe aner­­kannt wurde. Diese Route wurde aller­­dings erst ab dem 11. Jahr­­hun­­dert zur wich­tig­­sten Route. Bis zu die­­sem Zeit­­punkt waren die am meis­­ten benutz­ten Wege nach Compo­­stel­la näm­lich die nörd­­li­chen Jakobs­­wege, die eine direkte Verbin­­dung zu dem Fund­ort des Apos­tel­­grabs dar­­stell­­ten. Sie wur­den im 9. Jahr­­hun­­dert vom astu­ria­­ni­schen König­reich gefördert.

Die nun als Weltkulturerbe aner­kann­ten Wege sind die fol­gen­den:

der Camino Primitivo, der in Oviedo beginnt; der Camino Costero mit seinen 936 Kilo­metern Länge; der Camino Vasco-Riojano, dessen Aus­gangs­­punkt Irun ist; und der Camino de Liébana, ein Sei­ten­weg, der den Weg mit dem Kloster von Santo Toribio verbin­det. In den letz­ten Jah­ren erfreu­en sich die nörd­­li­­chen Wege, die ent­lang der bas­ki­­schen Küste verlau­­fen, bei Pilgern wach­sen­­der Beliebt­heit.

Damals und heute

Im Laufe seiner elf Jahrhunderte alten Geschichte war der Jakobs­­weg schon immer eine der wich­tig­­sten und bekann­­testen Verbin­­dungs­­routen in Europa. Denn auch als Handels­­route war der Weg von Bedeu­­tung. Ebenso brei­­tete sich über ihn Wis­sen aus und so wur­den Ele­mente in das gesell­schaft­­liche, wirt­­schaft­­liche und kul­tu­­relle Leben einge­­führt, die zur Ent­steh­­ung von Städten und Dör­fern führ­ten. Dort ent­stan­­den wiederum bürger­­liche und auch reli­giöse Gebäude, deren Stil dem künst­le­­rischen Vorbild aus ande­ren Länder Europas folgte.

Heutzutage ist der Jakobsweg eine Route, auf die sich das ganze Jahr über tau­­sende von Men­schen begeben. Auf die­ser Wan­de­­rung suchen viele neben der reli­­giö­sen Bedeu­­tung auch ande­re Kompo­­nenten: die Reflek­tion, den Kon­takt mit der Natur und die Selbst­findung.

Weiter Informationen zum Küsten­weg „Camino de la Costa“ und dem Weg durchs Landes­innere „Camino Vasco del Interior“ findest Du auf der Seite des Baski­schen Touris­tik­ver­bandes: alle Etap­pen mit Entfer­nungs­an­gaben, Höhen­profi, Wegbe­schreibung und Angaben über Einkehr- und Einkaufs­mög­lich­keiten. Die GPS-Tracks gibt es bei uns.

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Quelle:    diesen Artikel vom Touristik­verband Basken­land wurde auf euskadi.eus veröf­fent­licht am 13.7.2015