Hauptreisezeit August

Jörg schrieb am 14 August 2017:   „Ein kleines Update vom Camino Norte, Höhe La Isla/ Asturien. Die Herber­gen sind ziem­lich voll, Reser­vie­rungen einen Tag im Voraus sinn­voll. Fast 80 Prozent der Pilger hier haben Ruck­säcke von Quecha/ Decathlon (soviel zur Diskus­sion über den „rich­tigen“ Rucksack …).“

Warten auf den Hospi­talero. Eine Herberge auf dem „Camino del Norte“ im August 2009. Na, wer weiß, wo das ist?   (Foto:  Martin)

Hallo Jörg, hallo liebe Pilgergemeinde.

Es ist August, die Haupt­reise­zeit der Spanier! Neben­bei bemerkt, deshalb auch der hohe Anteil an Quecha Rucksäcken. Das ändert sich ab Mitte September.

„Hauptreisezeit August“ weiterlesen

Camino del Norte – ab Bilbao

Tine schreibt am 28.7.2017:  „Hallo zusammen, ich starte nächste Woche von Bilbao aus für 10 Tage Richtung Santander. Das erste Stück aus der Stadt raus in Richtung Küste soll nicht so attraktiv sein, von und bis wohin empfiehlt es sich den Bus zu nehmen??? Kann da jemand weiter helfen. LG und viele Dank.“

Auf dem „Camino del Norte“ (Küstenweg, Camino de la Costa) – Fotos von Bilbao, Guggenheim-Museum, Schwebebrücke Portugalete

Hallo Tine. Ähnlich wie im Leben auch können wir uns nicht nur die schönen Augenblicke heraus suchen …

…  was wäre mit der restlichen Zeit?

Woher wüssten wir um die schönen Momente, hätten wir sie nicht gelebt? Tragen nicht die Unterschiede zum glücklich-sein bei? Ich könnte, so glaube ich, die tollen Zeiten nur schwerlich erkennen, hätte ich die anderen nicht erlebt. Ich weiß die Natur besser zu schätzen, wenn ich die urbanen Wegabschnitte zurückgelegt habe. Für mich gehören auf dem Jakobsweg vermeintlich weniger imposante und urbane, sogar industrielle Teilstücke dazu. Nicht selten haben sich für mich die für andere unat­trak­tiven Wegabschnitte sogar als nachhaltig beeindruckend, verbunden mit einzigartigen Erfahrungen und Kontakten gezeigt. Ich möchte keinen Meter meiner Wege missen. Also gehe ich auch in Zukunft jeden Kilo­meter selbst, solange meine Füße mich tragen. Smile.

Das Schöne im Leben, wie auch auf dem Weg:
jeder lebt und geht sein/en eigene(s)n.

Das „Bild“ mit der Kiwi finde ich toll, probier und Du kennst die Antwort. Auch solche Entscheidungen zu treffen sind ein Teil des Weges.

P. S.  Bilbao allein ist eine Reise wert. Und das Guggenheim-Museum besitzt nicht nur von außen eine imposante Architektur. Von Bilbao nach Portugalete führen zwei Wege, links u. rechts des Flusses Nervión (bas­kisch: Nerbioi). Beide Wege sind eher urban, der rechte Uferweg mit in­teres­santen Blicken auf die (ehemaligen) Industriegebiete der Region und am Ziel, mit Blick auf den Mündungsbereich, die Flußüberquerung mit der beeindruckenden Schwebefähre Puente de Viscaya (30€Cent) oder zu Fuß in schwindelerregender Höhe.

Anmerkung:  In 10 Tagen erreichst Du Santander, auch wenn Du jeden Meter läufst und Dir unterwegs viel Zeit fürs Erleben gibst.

So oder so – Du wirst eine tolle Zeit, interessante Begegnungen und nachwirkende Erlebnisse haben. Buen camino. Ich wünsche Dir einen guten Weg. LG aus Bremen.

Wie ist das mit der Kiwi – was ist damit gemeint?

 

von Kleidung, Schuhen und dem Wetter

Kathi fragt am 26.7.2017:   „Hallo zusam­men! Mich hat das Camino­fieber gepackt 🙂 Bin im Mai den Camino Frances gegan­gen und jetzt will ich im August/Sep­tember den Küsten­weg gehen. Hat jemand von euch Erfah­rung mit dem Küsten­weg? Was wird mich (Tempe­ra­tur­mäßig) erwar­ten?! Wetter? Regen? Kann ich meinen Pilger­aus­weis gleich weiter ver­wenden oder brauche ich einen neuen? Freue mich auf einen regen Aus­tausch!! 🙂  ..  wie sieht’s mit Alber­guen aus?! Sind wahr­schein­lich nicht ganz so häufig wie am Frances aber oft genug zu finden, oder?! Ich will ohne Zelt auskom­men ..  ich möchte da eh spon­tan sein und bleiben! Werd mir das Out­door­buch schon mit­neh­men, aber net mehr!“

Bilder und Eindrücke vom „Camino del Norte“, der Küsten-Jakobsweg an Spaniens Nordküste

Hallo Kathi.   Der Camino de la Costa (Camino del Norte) ist ein wunder­barer Weg. Eine tolle Entschei­dung. Von wo möch­test Du deinen Weg starten? Ab Irun? Bilbao? Santan­der? Wie viel Zeit hast Du? Soll es der Weg bis nach Santiago werden? Oder ein Teilstück?

Der August ist Haupt­reise­zeit der Spanier

Folglich sind auch auf diesem Weg mehr Pilger unter­wegs als zu ande­ren Zeiten. Das ist aber über­haupt KEIN PROBLEM ! Denn auf dem Küsten­weg gibt es wäh­rend der Sommer­monate zusätz­liche Pilger-/Not­unter­künfte (bspw. in Sport­hallen). Einen Pilger­führer mit­zu­nehmen macht in meinen Augen Sinn (bspw. Outdoor od. Rother). Schon allein, um Weg­ver­lauf und Ent­fer­nun­gen abschät­zen zu können. Alter­native für Geübte mit Smart­phone ist bspw. GRONZE.com  (siehe auch unten).

Credencial del Peregrino

Solltest Du noch viel freien Platz in deinem Creden­cial haben, kannst Du selbst­ver­ständ­lich dieses weiter nutzen. Soll­test Du auf dei­nem letz­ten Weg schon in Santiago ange­kom­men sein, empfinde ich per­sön­lich es schön, in einem neuen Pilger­pass den neuen Weg zu doku­men­tieren. Ich erin­nere mich gerne an meine einzel­nen Wege, und das ist anhand des Creden­cial eine schöne Sache. Also auch hier gilt: mach es, wie Du es magst.

Regen macht mich nicht nass!

Ein Regenponcho macht Sinn. Wenn­gleich es durch­aus sein kann, dass Du ihn nur sel­ten benö­tigst. Mitneh­men ist jedoch mind. bei einem mehr­wö­chigen Trip Pflicht. Denn einmal bis auf die Haut nass geworden min­dert den Spaß am Pil­gern erheblich.

Wie wird das Wetter?

Ein leidliches Thema. Wie wird das Wetter am 15. August sein? Oder wann wird es wieder schneien? Ich weiß es nicht. Smile. Ten­den­ziell ist es im August/Sep­tem­ber an Nord­spa­niens Küste som­mer­lich warm. Es mag mal Wolken- und Regen­felder geben, die dann häufig aber durch den Küsten­wind auch schnell wieder verscho­­ben werden können. Jedoch, – das Wetter spielt verrückt. So wie es momen­tan in Süd­eu­ropa kochend heiß ist, in Tei­len Deutsch­lands der­zeit Bäche über die Ufer treten und Innen­städte in kleine Seen­land­schaften verwandeln  …  wer weiß, wie das Wetter sein wird?

Kleidung

Bei der Kleidung ist eigentlich immer Zwiebeltechnik und Mehr­fach-Nutzen gefragt. Ich würde mich vermut­lich auf som­mer­lich einstel­len, Regen­poncho, ggf. ultra­leichte Gama­schen, Wachs für Leder­schuhe, Son­nen­­hut, ein Fleece od. besser Weste mit Arm­lingen, eine Zipp­hose und Iso­matte einpacken.

Richtig ist:   während und nach einer Reise weiß man es immer besser.

Schuhwerk

Ich habe während der warmen Monate im Jahr bessere Erfah­rungen mit Voll-Leder­schuhen (HanWag Canyon II od. ähnl. halb­hohe Leicht­wan­der­stiefel). Diese sind gewachst/ge­fet­tet regen­taug­lich. Stiefel mit GoreTex-Mem­brane sind eher etwas für die kalte Jahres­zeit. Der Grund:  damit GoreTex funk­tion­ieren kann (Abgabe von Wärme und Feuch­tig­keit aus dem Schuh nach außen) ist ein größe­rer Tempe­ratur­unter­schied erfor­der­lich. Der Unter­schied von Schuh­innen- zu Außen­temp­eratur im som­mer­lichen Spanien reicht in der Regel dafür nicht.

Folge:  die Feuchtig­keit bleibt im Stiefel und weicht die Haut am Fuß auf, welches die Blasen­bildung begünstigt. Aber diesbezüglich gilt wie bei fast allen Fragen zum Pilgern und Lebens­lagen:  „frage zwei Weise und Du erhältst drei Antworten“.

Am besten ist es immer, man entschei­det sich und probiert es aus.

Auch eine Erfahrung:

Je älter man wird, desto mehr Gedanken macht man sich über die Dinge. Warum? Hat man doch gesehen, gehört und viel­leicht auch erlebt, was alles pas­sie­ren könnte.  Wahr ist aber auch:  nicht alles passiert (wieder) und vor allem nicht (immer) mir.

Also mache ich es oft und gerne den jungen Menschen gleich: einfach auspro­bieren – oder wie wir Alten sagen: einfach mal leben.

Und noch eine Erfahrung:

Egal was unterwegs auch passieren mag, es ging bisher immer weiter – und am Ende war immer alles gut. Ich habe gelernt, dass es auf dem Jakobs­weg immer einen Ausweg gab, auch wenn eine Situation einen Augen­blick lang völlig aussichts­los schien. Wichtig war und ist die Bereit­schaft, eine Lösung als solche zu erken­nen und auch einmal um Hilfe zu bitten und diese anzunehmen.

Diese Zuversicht ist das Geschenk, das ich von meinen zahl­rei­chen Wegen mitge­bracht und in meinen Alltag übernom­men habe.

In diesem Sinne, liebe Kathi. Du hast bereits auf dem Camino Francés deine Erfah­rungen gemacht. Diese kannst Du nun auf dem vor Dir liegen­den Weg nutzen und ergänzen. Viel Freude auf deinem Weg.

Buen Camino. LG aus Bremen.

 

Informationen, Kartenmaterial, Entfernungsangaben, Höhenprofil und Unterkunftslisten zum „Camino del Norte“ findet Ihr auf der Webseite des spanischen Anbieters gronze.com

 

San Salvador oder Vasco del Interior?

Iris fragt: „Lohnt sich der San Salvador? Wie ist er so? Ich kann mich nicht ent­schei­den zwi­schen San Sal­va­dor und Vasco.“

Hallo Iris. Der San Sal­va­dor und der Camino Vasco del Interior sind zwei unter­schied­liche Wege mit sehr unter­schied­lichen Stärken.
salvador

Zwei Wege im Norden Spaniens

Es beginnt mit der Entfer­nung (San Salvador ca. 120 km, Interior über San Sebastian u. den Weg der Trans­hu­manz ca. 235 km), mehr Höhen­meter „San Salvador oder Vasco del Interior?“ weiterlesen

von Bilbao über Oviedo auf den «Camino Primitivo»

Ina fragt am 22.2.2016:   „Wie gut ist der Camino Primitivo ausge­baut bzgl. Pilger­her­bergen? Ich möchte in Bilbao starten.“

Hallo Ina.  Vorweg:  die Versorgung mit Pilger­her­bergen auf dem «Camino Primitivo» ist als lücken­los, sogar als hervor­ra­gend zu bezeich­nen. Wie Volkmar dir bereits geschrie­ben hat, für den Weg benö­tigst Du keinen (aktuellen) Pilger­führer. „von Bilbao über Oviedo auf den «Camino Primitivo»“ weiterlesen

Fernwander- statt Jakobsweg, GR34 (Irun-San Sebastian)

Lisa schreibt am 18.2.2016:   „San Sebastian – Muxia – Finisterre und natürlich Santiago … da bleibe ich noch drei Nächte … Lisa“

Hallo Lisa. Du scheinst ausreichend Zeit zu haben. Daher solltest Du keinesfalls auf die Tagesetappe von «Irun/Hendaye» nach «San Sebastian (im baskischen: Donostia)» verzichten. Je nach Wetterlage kann das eine der schönsten Tagesetappen des gesamten Küstenweges werden. „Fernwander- statt Jakobsweg, GR34 (Irun-San Sebastian)“ weiterlesen