Ultreija! Verabschiedung am St. Petri Dom in Bremen

Dem heutigen Tag haben wir lange entge­gen gefie­bert. Es ist schon ein komi­sches Gefühl. Jetzt soll es endlich los­gehen. Einfach so? Einen Schritt vor den anderen setzen. Und wie machen wir jetzt «den ersten Schritt»?

Das Warten hat ein Ende

Vor dem Bremer St. Petri Dom werden wir persön­lich verab­schiedet. Um 12 Uhr treffen wir uns zum Mittags­gebet. Auf der Home­page des Doms ist zu lesen: «Sich eine kurze Auszeit nehmen, Musik hören, in Ruhe sitzen, einige Gedanken mit in den weiteren Tag nehmen.»

Das passt für unser bevor­steh­endes Vorhaben. So hatten wir uns das gedacht. Kommen wir wirklich zur Ruhe? So oft wurden wir gefragt, ob wir aufgeregt seien. Jetzt haben wir allen Grund dazu. Schließ­lich ist es schon ein einschnei­dendes Erlebnis, das uns da bevor­steht. Wir haben es nicht anders gewollt. Wir haben es sogar sehr bewusst gewollt. Waren wir doch bereit unseren beruf­lichen und persön­lichen Alltag für eine scheinbar lange Zeit gegen Rucksack und Wander­stiefel zu tauschen.

75 Mal

Hält man sich vor Augen, das wir Menschen in unserem Leben durchschnitt­lich 75 Mal Frühling, 75 Mal den Sommer und 75 Mal den Herbst erleben, so wird unser Vorhaben allein schon zeitlich gesehen, einen bedeuten­den Anteil in unserem Leben einnehmen.

Reisesegen, Stempel und gute Wünsche für den Weg
Martin, Christa, Maria, Elisabeth (v.l.n.r.) und Präsensdienst im St. Petri Dom zu Bremen. Der erste Stempel im Pilgerpass.
Jetzt kann es losgehen  ..  der erste Stempel im Pilgerpass.

Pastor Christian Gotzen nimmt sich die Zeit uns mit einem Reise­segen auf den Weg zu verab­schieden. Oft schon waren wir im Dom. Doch heute fühlt es sich so anders an. Ein unwirk­licher Moment. Wir bekom­men unseren ersten Stempel in das Credencial, dem offiziellen Pilger-Ausweis, mittels dem man seinen zurück­ge­legten Weg doku­­men­­tiert und später am Ziel nachweist. Das Ziel. Santiago de Compostela. Waren wir doch schon einige Male dort angekom­men. Doch jetzt fühlt es sich so weit weg an. Nun ja, es ist sehr weit weg. Noch trennen uns mehr als 3.400 Kilo­meter von unserem Ziel. Buen camino. Habt einen guten Weg. So verab­schiedet man Pilger und trennen sich Pilger unter­ein­ander, um sich für den weite­ren Weg alle Gute zu wünschen. So werden wir nun auch, in Bremen verab­schiedet. Viele tausend Kilometer liegen vor uns. Uns kommt beiden zeit­gleich der histo­rische Ruf der Pilger in den Sinn. Ultreija. Los geht’s!

Es wird Zeit Abschied zu nehmen

Ein bewegender Moment. So mag es wohl auch für die Pilger im Mittel­alter gewesen sein, das Gefühl, sich für eine lange Zeit nicht mehr zu sehen.

Letzte Verabschiedung in Bremen:  Evelyn u. Werner, Elisabeth, Manfred, Tini, Maria und Sabine (v.l.n.r., Foto von Martin Gottschewski)

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