Lage

Die Via Augusta ist einer von mehre­ren Römer- und spä­te­ren Jakobs­pilger­wegen durch Andalu­sien. Die Via Augusta führt den Reisen­den über gut 170 Kilo­meter von der Hafen­stadt Cádiz in Rich­tung Norden nach Sevilla. Ab hier beginnt dann die Via de la Plata. Nach wei­te­ren mehr als 1.000 Kilo­metern erreicht der Pilger sein Ziel, San­tiago de Compo­stela.

 

Etappen

Etappe von San Fernando nach Puerto Real
| 12,9 km | add. 26,5 km | bis Santiago ca. 1.148,3 km |

Etappe von Puerto Real nach El Puerto de Santa Maria
| 10,9 km | add. 39,4 km | bis Santiago ca. 1.137,4 km |

Etappe von El Puerto de Santa Maria nach Jerez de la Frontera
| 13 km | add. 52,4 km | bis Santiago ca. 1.124,4 km |

Etappe von Jerez de la Frontera nach El Cuervo
| 23,5 km | add. 75,9 km | bis Santiago ca. 1.100,9 km |

Etappe von El Cuervo nach Lebrija
| 11.1 km | add. 87 km | bis Santiago ca. 1.089,8 km |

Etappe von Lebrija nach Cabeza de San Juan
| 17,6 km | add. 104,6 km | bis Santiago ca. 1.072,2 km |

Etappe von Cabeza de San Juan nach Utrera
| 30,8 km | add. 135,4 km | bis Santiago ca. 1.041,4 km |

Etappe von Utrera nach Alcalá de Guadaira
| 19 km | add. 154,4 km | bis Santiago ca. 1.022,4 km |

Etappe von Alcalá de Guadaira nach Sevilla
| 16,3 km | add. 170,7 km | bis Santiago ca. 1.006,1 km |

 

Unterkünfte

Spezielle Pilgerunter­künfte sind im Februar 2016 nicht bekannt. Außer­halb der Saison, wie jetzt, sind meist Zimmer zwischen 20 und 40 EUR (EZ/DZ) zu bekom­men, Über­nach­tungen verein­zelt auch für unter 20 EUR.

Wie komme ich zu einem Schlafplatz? Ein­fach vor Ort nach­fragen und Buchungs­­por­tale wie booking oder trivago nutzen. Ein Früh­stück wird ent­weder nicht ange­boten oder erscheint mir bei der wieder­holt sehr beschei­denen Quali­tät für die übli­chen 5-6 EUR etwas über­teuert. Da bietet es sich eher an, in einer der vielen Bars zu früh­stücken. Hier waren Kaffee und Brot meist deut­lich wertiger. Frisch gepress­ten Orangen­saft gab es häufig schon für unter 1,50 EUR je Glas.

Wer die­sen Weg gewählt hat, wird in der Regel wohl nicht früh morgens auf­brechen wol­len. Somit wird man immer eine offene Bar für das „Desa­yuno“ vor­fin­den. Anders ist das wäh­rend der heißen Monate. Dann ist ein früher Pilger­start in den Tag sinnvoll.

Reisezeit

Nach Auskunft der Menschen vor Ort und bekann­ter Publi­ka­tionen wird vom Pilgern in dieser Region wäh­rend der Som­mer­mo­nate abge­raten. Diesem schließe ich mich an. Schon jetzt, Anfang März 2016, steigen die Tempe­ra­turen auf ange­nehme 20-25 Grad C, wäh­rend in Deutsch­land bei deut­lich unter 10 Grad C momen­tan sogar teil­weise mit Schnee zu rechnen ist. Hier in Anda­lusien finde ich herr­liches Wander- und Pilger­wetter:  die Sonne scheint und der Himmel strahlt in inten­sivem Blau.

Der Weg weist immer wieder schattige Plätze auf, aber führt eben auch oft­mals über längere Strecken durch eine nahezu schatten­freie Land­schaft. Die Beschaf­fen­heit des Weges wechselt zwi­schen Straßen­belag, Schot­ter­wegen und verein­zelt natür­lichem Untergrund.

Wegmarkierung

Der Weg ist grundsätzlich hervor­ragend ausge­zeich­net. Leider wech­seln die Zeichen – und damit auch die Quali­tät der Aus­zeich­nung – insbe­son­dere an markan­ten Punk­ten zwi­schen dem «typi­schen gelben Pfeil an Masten und Bäumen, von vorn und von oben auf Bord­stein­kanten, auf Papier gedruck­ten Muscheln und Pfeilen, den auch in Deutsch­land inzwi­schen übli­chen quadra­tischen Auf­kle­bern (gelbes Muschel­symbol auf blauem Grund) und Pfei­len auf Holz­schild­chen, verein­zelt auch Kera­mik­flie­sen auf dem Boden und an Haus­wän­den.» Ent­weder sind sie an unüber­sicht­lichen Stellen nicht leicht zu fin­den, zeit­weise fehlen sie an diesen Orten sogar ganz – um dann zu einem spä­te­ren Zeit­punkt, auf­fal­lend auf geraden Strecken, mehr als üppig fort­ge­führt zu werden.

Die Nachfrage nach dem Weg (Camino de San­tiago, Via Augusta, Via de la Plata, Camino a Sevilla) war zumin­dest im März 2016 sinn­los. Nie­mand, weder Passan­ten noch Gast­wirte, weder Bau­ar­bei­ter noch Poli­zis­ten auf der Straße konnten weiter­hel­fen. Viel­mehr erhielt ich nicht selten als Antwort ein erstaun­tes Schmun­zeln. Wieder­holt riet man mir den Zug zu nehmen. Dass ich zu Fuß nach San­tiago lau­fen wolle, das war für fast alle völlig unver­ständ­lich – und der Camino, der sei doch schließ­lich im Norden.

Wegverlauf, GPS und Karte

Aufgrund dieser Erfahrung – und den vielen Mehr­kilo­metern abseits des Weges – möchte ich raten, sich die auf dieser Seite hinter­legten Karten der ein­zel­nen Etap­pen vor Anreise aus­zu­drucken – oder die GPS-Tracks zu nutzen.

Diese sind nicht als Vorgabe gedacht, son­dern sollen Dir ermög­lichen, deine eige­nen Wege zu gehen – und trotz­dem im­mer wieder auf den aus­ge­zeich­neten Pfad zurück zu fin­den. So entsteht in mei­nen Augen der Luxus, sich für einen schat­tigen Weg durch die Stadt oder den alter­na­tiven Weg abseits der Straße auf natür­li­chem Unter­grund ent­schei­den zu kön­nen. Man kehrt zurück auf den Weg, immer dann, wenn man es wieder mag.

! Ultreia !     Buen camino.

► ­­   Karte:    Wegverlauf Via Augusta
► ­­   Homepage:    Jakobswegfreunde Andalusien

 

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